Energiepflanzen

Ölquellen auf Äckern: Immer mehr Raps für Biokraftstoffe

Seit die Ölmühle von Kurt Müller im Dezember 2005 den Betrieb aufnahm, gilt sie als Vorzeigeprojekt in Rheinland-Pfalz. Denn das produzierte Rapsöl dient als Biokraftstoff und in Zeiten von Klimawandel und steigenden Preisen für fossile Energieträger ist das Verbraucherinteresse daran stark gestiegen

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Zweibrücken (ddp-rps/sm) - Landwirte in Rheinland-Pfalz haben diesen Trend schon seit längerem erkannt und die Anbauflächen für Raps stetig ausgeweitet. Bauten sie die Energiepflanze noch im Jahr 2000 auf 29.200 Hektar an, so waren es 2005 bereits 36.000 Hektar und im vergangenen Jahr 38.500 Hektar, wie Zahlen des Landesbauernverbandes belegen. Laut der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) gehen rund 75 Prozent der Rapserträge in die Produktion von Biokraftstoffen, 25 Prozent werden in der Lebensmittelindustrie verarbeitet.

Um aus der Rapssaat Öl zu gewinnen, werden die kleinen schwarzen Saatkörner in der Zweibrücker Ölmühle gereinigt, getrocknet, in Silos befördert und in der Ölpresse gepresst. Anschließend wird das Öl gefiltert und ist als Kraftstoff verkaufsfertig. Drei Kilogramm Rapssaat liefern etwa einen Ertrag von einem Kilogramm Öl.

Müller gehörte zu jenem kleinen Kreis von Landwirten, die das Projekt der genossenschaftlich betriebenen Ölmühle von Anfang an vorantrieben. 2003 wurde die Pfälzer Naturenergie GmbH gegründet, die heute Gesellschafterin der Mühle ist. "Wenn wir den Raps von unseren Feldern einfach nur verkaufen, verdienen wir fast nichts daran", berichtet der Landwirt. "Wenn wir aber die Verwertung selbst übernehmen, können wir unsere Gewinnmargen erhöhen."

Die Mühle hat Müller zufolge heute einen Jahresumsatz von rund 1,8 Millionen Euro und arbeitet kostendeckend. Sorge bereitet dem Landwirt allerdings das von der Bundesregierung 2006 beschlossene neue Energiesteuergesetz. Mit steigendem Steueraufschlag auf Biokraftstoffe schrumpfe der Preisvorteil gegenüber normalem Diesel und damit der Kaufanreiz. "Falls jetzt die Dieselpreise auch noch fallen sollten, wäre das das sichere Aus dieser Mühle", ist sich Müller sicher.