Folgen

Ölproduktion trotz Lieferstopps aus Russland gesichert (Upd.)

Die Kürzungen der Öllieferungen des russischen Lukoil-Konzerns haben aus Sicht des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) keine Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise in Deutschland. Die Produktion der ostdeutschen Raffinerien seien gesichert.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die beiden Raffinerien in Schwedt (Brandenburg) und Spergau (Sachsen-Anhalt) seien voll ausgelastet, sagte eine Verbandssprecherin am Mittwoch auf Anfrage. Die beiden Standorte werden über die Erdölleitung "Druschba" mit russischem Öl versorgt.

Die Sprecherin verwies darauf, dass die Pipeline "nicht völlig dicht" sei und die Lieferkürzungen offiziell angekündigt worden seien. Im März solle die Versorgung mit Öl aus Russland wieder normal laufen.

Auch nach Angaben der Schwedter PCK Raffinerie ist die Produktion durch die Lieferkürzung nicht gefährdet. Die Lieferungen über die Pipeline seien zwar in diesem Monat um 20 bis 25 Prozent gedrosselt worden, sagte Unternehmenssprecher Karl-Heinz Schwellnus am Mittwoch. Das sei aber bereits vor Wochen mit den Lieferanten vertraglich vereinbart worden. Es gebe keinen generellen Ölstopp aus Russland. Lukoil sei nur einer von mehreren Lieferanten, die Erdöl nach Schwedt lieferten. Mit den fehlenden 25 Prozent könne die Raffinerie sich aus der Pipeline über Rostock versorgen. Derzeit werde bereits Öl aus Tankern geliefert, die im Rostocker Hafen liegen.

Noch nicht absehbar sind allerdings die Auswirkungen des aktuellen Anstiegs des Ölpreises auf die Kraftstoffpreise in Deutschland, sagte die MWV-Sprecherin weiter. Grund für den Anstieg sei die Lage in den Förderländern Venezuela und Nigeria sowie ein schwerer Unfall in einer Raffinerie im US-Bundesstaat Texas. Die Einfuhrkosten für Mineralölprodukte hätten bereits deutlich angezogen. So seien die Benzinnotierungen so hoch wie noch nie zuvor. Dieser Anstieg sei jedoch noch nicht voll an die Verbraucher weitergegeben worden, sagte die Sprecherin.

Trotzdem bekommen die Autofahrer den hohen Ölpreis zu spüren. Wie der Automobilverband ADAC am Mittwoch in München mitteilte, kostet der Liter Superbenzin aktuell im Durchschnitt 1,398 Euro. Das sind drei Cent mehr als in der Vorwoche. Der Preis für den Liter Diesel ist um 3,2 Cent auf 1,289 Euro gestiegen.

Am Dienstagabend hatte der Ölpreis überraschend die Marke von 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) überschritten, obwohl Marktbeobachter von einer sinkenden Nachfrage ausgehen. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) deutet der erneute Anstieg darauf hin, dass die Ölfördermenge erhöht werden sollte. IEA-Ölmarktanlayst Julius Walker sagte der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, die Ölmenge auf dem Markt sei knapp, und man sei darüber besorgt, dass die Ölländerorganisation OPEC nichts dagegen tun werde.

Unterdessen sagte der Vorsitzende des OPEC-Direktoriums Falah Alamri, es sei noch zu früh, um über die Fördermenge zu entscheiden. Die OPEC werde dies auf ihrer kommenden Sitzung am 5. März tun, sagte Alamri Dow Jones Newswires.