Biosprit

Ölkonzerne verstoßen angeblich gegen das Gesetz

Gegen fünf Mineralölkonzerne hat der ADAC jetzt Anzeige erstattet. Der Grund: Diese Konzerne bieten an ihren Tankstellen ausschließlich Super E10 an und verstoßen damit nach Meinung des Automobilclubs gegen das Gesetz. Die Mineralölkonzerne hingegen sehen sich mit ihrem Angebot im Recht.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München (red) - Mit dem Kraftstoff E10 ist es ähnlich wie mit dem Euro - er ist da, aber viele wünschen sich ihr altes Superbenzin zurück. Die meisten Tankstellen bieten derzeit nur noch E10 an. Wer das nicht tanken will oder kann, muss meistens auf viel teureres Super Plus umsteigen. Genau deshalb hat der ADAC jetzt Anzeige gegen die Mineralölkonzerne Aral, Jet, BP, OMV und Shell erstattet. Laut dem Automobilclub verstoßen die Ölmultis gegen die gesetzliche Regelungen der 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung, wenn sie an den Tankstellen nur noch E10 und kein Super E5 mit 95 Oktan mehr anbieten.

Normales Super müsse als Alternative bleiben

Denn nach der so genannten Bestandsschutzverordnung müssten beide Sorten Super angeboten werden. Bei Stichproben des ADAC hatten die genannten Anbieter lediglich einen Kraftstoff der Kategorie Super Plus als Alternative parat - teilweise auch unter der Bezeichnung "Super". Dieser ist pro Liter um mindesten 8 Cent teurer als E10. Der Automobilclub kritisiert das Verhalten der Mineralölkonzerne, da es im völligen Gegensatz zur Bestandsschutzregelung stehe. Der Sinn und Zweck dieser Regelung sei es, den Autofahrern, die aus technischen Gründen kein E10 tanken können, auch weiterhin einen fairen Spritpreis zu garantieren.

Mineralölkonzerne sehen sich im Recht

Die Mineralölkonzerne sehen sie sich im Recht und blicken der Anzeige des Automobilclubs nach eigenen Angaben gelassen entgegen. Mit dem Angebot von Superbenzin mit 98 Oktan (also Super Plus) neben dem E10 entspräche man in vollem Umfang den gesetzlichen Vorgaben. Ganz im Gegenteil: Man habe im Sinne der Verbraucher die politische Vorgabe für E10 möglichst kostengünstig umgesetzt, indem man nur auf eine so genannte Schutzsorte gesetzt habe, so der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, Dr. Klaus Picard. Das Angebot von "normalem" Superbenzin würde für den Autofahrer zu höheren Gesamtkosten führen, behauptet Picard.