Machmarkeitsstudie

Ölbegleitwasser wird zur Beheizung genutzt

In Shengli, Chinas zweitgrößtem Ölfeld, wird mit dem Öl auch heißes Wasser, das nach der Trennung immer noch 65 Grad heiß ist, gefördert. Nach einer Machbarkeitsstudie der Geothermie-Spezialisten EWS Erdwärmesysteme aus Geeste soll das heiße Wasser zur Beheizung eines Wohngebietes in der Nähe eines der Bohrfelder genutzt werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Shengli, Chinas zweitgrößtes Ölfeld, liegt in der Provinz Shandong und entspricht mit 40 000 Quadratkilometern fast der Fläche der Niederlande. 27 Millionen Tonnen des begehrten Rohstoffs werden dort jährlich von 250 000 Menschen gefördert. Aber nicht nur das Öl, sondern auch heißes Wasser wird bei dem Fördervorgang an die Erdoberfläche gepumpt. Nach der Trennung von schwarzem Gold und Wasser verfügt das Wasser immer noch über eine Temperatur von 65 Grad. In der Nähe eines der Bohrfelder liegt ein Wohngebiet, bei dem 120 000 Quadratmetern durch ein Fernwärmenetz beheizt werden. Allerdings ist ein Ausbau auf 160 000 Quadratmeter geplant. Die zur Beheizung benötigte Wärme wird zur Zeit noch von einem mit Schweröl betriebenen Heizkessel erzeugt.

Die Ölverbrennung soll jetzt durch die im Wasser vorhandene "Abfallenergie" unterstützt werden. Die damit zusammenhängenden Fragen will das Shengli Oilfield Bureau vom eigens dafür beizitierten Geothermie-Spezialisten EWS Erdwärmesysteme klären lassen und sich einen fachlichen Rat einholen. Beurteilt werden sollen die Energienmengen, die dem Wasser entzogen werden und in das Fernwärmenetz eingespeist werden können. Außerdem spielen die Auswirkungen der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe des Wassers auf den Betrieb des geothermischen Anlagenteils sowie die technischen Voraussetzungen für den Heizwerkersatz eine Rolle.

Die Geothermie-Spezialisten haben eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, welche die möglichen Varianten zur Nutzung des Ölbegleitwassers untersucht. EWS entwickelte eine Kombination aus Thermalwasser, Spezialwärmetauscher, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerk als das energetisch, ökologisch und wirtschaftlich günstigste System. Der Strom für den Betrieb der Wärmepumpe soll das BHKW bereitstellen. Zudem speist es im Winter die Abwärme in das Fernwärmenetz ein. Im Sommer wird es für betriebliche Zwecke im Erdölfeld eingesetzt werden.

Mit Hilfe des neuen Systems können über 55 Prozent der jährlich 30 720 Megawattstunden an benötigten Heizleistung abgedeckt werden. Somit würde sowohl die Verschwendung einer bisher nichtgenutzten Energieressource beendet, der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen erheblich reduziert als auch zur wirtschaftlichen Verbesserung des Gesamtsystems beigetragen.