Warmes Wetter

Ölabsatz 2002 stärker gesunken als Gesamtenergieverbrauch

Im vergangenen Jahr ist der Gesamtenergieverbrauch in Deutschland um 2,3 Prozent zurückgegangen. Nach vorläufigen Berechnungen von ExxonMobil ist der Mineralölverbrauch sogar um 3,8 Prozent gesunken und musste mit 37,8 Prozent am Gesamtenergieverbrauch einen halben Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr abgeben.

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Nach vorläufigen Berechnungen der ExxonMobil (Marken: Esso und Mobil) ging im Jahr 2002 der Gesamtenergieverbrauch in Deutschland um 2,3 Prozent zurück. Der Mineralölverbrauch sank sogar um 3,8 Prozent. Damit liegt das Mineralöl zwar immer noch mit großem Abstand an der Spitze der eingesetzten Energieträger, musste aber mit 37,8 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs einen halben Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr abgeben. Um denselben Anteil hat Erdgas zugenommen: Er beträgt nunmehr 21,9 Prozent am gesamten Primärenergieverbrauch in Deutschland. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf das wärmere Wetter gegenüber Vorjahr zurückzuführen, was sich insbesondere beim Heizölabsatz auswirkte.

Fast 10 Prozent weniger Heizöl

Hauptanteil an dem Rückgang des Ölverbrauchs hatte das leichte Heizöl. Der Minderabsatz von drei Millionen Tonnen im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr hatte laut ExxonMobil mehrere Ursachen. Die Verbraucher seien mit einem hohen Bestand in das Jahr 2002 gegangen, weil die Preise kurz vor Ende des Vorjahres kräftig gesunken waren. Die deutschen Heizölverbraucher seien mit einem großen privaten Tankvolumen ausgestattet, das sie voll genutzt hätten. Dieser hohe Bestand sei im Laufe des Jahres unterdurchschnittlich abgebaut worden, weil die Witterung wärmer war als im Vorjahr. Hinzu kommen verbesserte Brenner und Heizkessel sowie verstärkte Isolierung der Wohnhäuser, die bereits im Hinblick auf die kommenden Auflagen der Energiesparverordnung durchgeführt wurden. Dies alles hatte zu einem Absatzrückgang von 9,8 Prozent geführt, obwohl der Jahresdurchschnittspreis mit 35,6 Euro pro 100 Liter um vier Euro unter dem Vorjahrespreis lag .

Woher kam das Öl 2002?

Die Rohölimporte sind gegenüber dem Vorjahr um 400 000 Tonnen auf 104,6 Millionen Tonnen gesunken. Dabei hat die GUS ihren Vorsprung als Lieferant kräftig ausgebaut: mit 37,8 Millionen Tonnen hat sie einen Anteil von 36,1 Prozent an den Ölimporten und ist damit wichtigstes Liefergebiet. Mit großem Abstand folgen Norwegen und Großbritannien mit 22,3 bzw. 11,6 Millionen Tonnen. Der Beitrag der OPEC ging von 23 Millionen Tonnen auf 20,6 Millionen Tonnen zurück, der Nordsee-Beitrag blieb mit insgesamt 35,6 Millionen Tonnen immer noch unter den Liefermengen aus der GUS.

Raffinerien erweiterten Kapazität

Die in Deutschland arbeitenden Raffinerien erhöhten ihre Destillationskapazität um fast eine Million Tonnen pro Jahr auf 113,8 Millionen Tonnen. Gleichzeitig stieg die zur Herstellung leichter Produkte erforderliche Konversionskapazität von 46,8 auf 48,0 Millionen Tonnen. Der Raffinerieeinsatz (Rohöl und Produkte) blieb gegenüber dem Vorjahr fast unverändert, so dass wegen der gestiegenen Destillationskapazität die Auslastung der Anlagen bei 93,6 Prozent lag und damit leicht zurückging.