Kostenbeteiligung

Öl-Katastrophen: BP-Chefökonom schlägt Notfallfonds vor

BP hat infolge der Ölpest im Golf von Mexiko einen Notfallfonds für derartige Vorfälle vorgeschlagen, an dem die gesamte Branche beteiligt sein soll. Gerade für kleinere Unternehmen wäre ein solcher Vorfall nicht bezahlbar.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - Nicht nur höhere Kosten bei der Ölförderung, vor allem die Folgekosten von Unfällen wie dem Untergang der BP-Bohrplattform "Deepwater Horizon" vor zehn Wochen, seien ein Problem, sagte der BP-Chefökonom Christof Rühl der Zeitung "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgabe). Kleinere Unternehmen könnten solche Kosten nicht tragen. "Das ist eine Schwäche im System, die angegangen werden sollte," forderte Rühl.

Es müsse über eine bessere Handhabung von Risiken nachgedacht werden, sagte der ranghöchste deutsche BP-Manager der "FTD". Es sei wichtig, weiterhin auch weniger kapitalstarke Unternehmen an den komplizierten Bohrungen im tiefen Wasser zu beteiligen. "Schließlich sind auch gerade die kleineren Firmen oft die Triebfedern des technologischen Fortschritts", sagte Rühl.

Schärfere Sicherheitsstandards erwartet

Die Auswirkungen der Ölpest werden nach Rühls Einschätzung für die Branche "spürbar sein". Er rechne damit, dass die US-Regierung die Sicherheitsstandards verschärfe und das Bohren in dem Land, das derzeit wegen niedriger Steuern noch sehr lukrativ sei, teurer werde. "Insgesamt sind die Projekte aber so kapitalintensiv und der technologische Fortschritt so rapide, dass die Kosten sich relativieren werden," sagte Rühl. Die derzeit sehr hohen Raten, mit denen die Ölkonzerne ihre Unfallrisiken versichern, würden "wieder sinken, wenn die Industrie und die Regulierungsbehörden Methoden entwickelt haben, die die Sicherheit verbessern werden".