EWärmeG

Ökowärme-Gesetz in Baden-Württemberg novelliert

Für das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) gelten in Baden-Württemberg ab 1. Juli neue Regeln. Die Anforderungen an die Gebäude steigen zwar, allerdings gibt es mehr Optionen, sie zu erfüllen. Neu ist auch, dass Nichtwohngebäude nun auch von dem Gesetz betroffen sind.

Klimaschutz© Rainer Sturm / pixelio.de

Freiburg (red) - Erneuerbare Energien werden künftig im Südwesten eine größere Rolle bei der Wärmeversorgung von Häusern spielen. Das hat der Landtag Baden-Württemberg am 11. März 2015 mit der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) beschlossen. "Der Pflichtanteil für Ökowärme in bestehenden Wohngebäuden steigt von zehn auf 15 Prozent", sagt Petra Hegen vom Landesprogramm Zukunft Altbau. "Im Gegenzug bietet das EWärmeG nun mehr Möglichkeiten für Hauseigentümer, die Vorgaben umzusetzen."

Die Alternativen zur Nutzung erneuerbarer Energien werden zahlreicher, hinzu kommt etwa die Kellerdeckendämmung als eine Teilerfüllungsoption. Als Teilerfüllung gilt künftig auch ein Sanierungsfahrplan, eine ausführliche Energiediagnose, die Sanierungsempfehlungen umfasst. Die Kombination der Optionen zur Gesetzeserfüllung ist nun ebenfalls erlaubt. Zur optimalen Umsetzung der Vorgaben sollten sich Eigentümer an Gebäudeenergieberater wenden, so Hegen.

Gesetz gilt auch für Nichtwohngebäude

Für Hauseigentümer wird das bundesweit einmalige Gesetz erst aktuell, wenn ein Tausch des Heizkessels ansteht. Die Neuregelung tritt am 1. Juli in Kraft. Bereits in der Vergangenheit ergriffene Maßnahmen können anteilig angerechnet werden, wenn sie den technischen Anforderungen entsprechen. Neu ist auch, dass das Gesetz jetzt ebenfalls für Nichtwohngebäude gilt. Ihr Beitrag zum Klimaschutz soll künftig aktiviert werden.

Mehrere Varianten sind möglich

Erfüllt werden kann das Gesetz zum Beispiel mit zentralen Hackschnitzel-, Scheitholz- und Pelletheizungen, Solarthermiekollektoren, Wärmepumpen sowie anteilig durch Heizungen mit einem Bioöl- und Biogasanteil, erklärt Umweltminister Franz Untersteller. Als ersatzweise Erfüllung sei auch die Dämmung der Fassade oder des Dachs oder der Bau einer Photovoltaikanlage möglich.

Die Dämmung der Kellerdecke wurde neu in das Gesetz aufgenommen. Weiterhin zulässig ist der Anschluss des Gebäudes an ein Wärmenetz oder die Erzeugung von Wärme in einem Blockheizkraftwerk. Für kleine Blockheizkraftwerke gilt künftig ein einfacheres Verfahren zur Ermittlung der Mindestgröße.

Einschränkungen bei Biogas und Bioöl

Die Nutzung von Bioöl und Biogas ist weiterhin nur eingeschränkt zulässig: Die Energieträger dürfen höchstens zehn Prozent des Wärmebedarfs decken, mehr ist nicht erlaubt, erläutert der bei der Ausarbeitung des Gesetzes beteiligte Leiter der Landesenergieagentur KEA, Dr. Volker Kienzlen. Die restlichen fünf Prozentpunkte müssten aus anderen Quellen stammen - oder könnten beispielsweise durch einen Sanierungsfahrplan abgedeckt werden. Wenn Bioöl oder Biogas angerechnet werden sollen, muss der Kessel übrigens ein Brennwertkessel sein - was heute sowieso Standard sein sollte.

Sanierungsfahrplan wird angerechnet

Neu ist die Einbeziehung einer individuellen Beratung in das Gesetz, der sogenannte Sanierungsfahrplan. Lässt ein Hauseigentümer einen solchen Fahrplan durch einen Energieberater erstellen, wird dies wie ein Anteil von fünf Prozent erneuerbarer Energien angerechnet; die gesetzlichen Anforderungen werden so zu einem Drittel erfüllt. Der Fahrplan ist eine günstige Möglichkeit: Für Ein- oder Zweifamilienhäuser liegen die Kosten je nach Objekt in einer Größenordnung von rund 800 Euro, dafür gibt es eine wirtschaftliche Betrachtung und Vorschläge für profitable Energiesparmaßnahmen.

Auskunft zum novellierten EWärmeG erhalten Hauseigentümer am kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter den Telefonnummer: 08000- 123333.