Grüner Strom

Ökostromsiegel verschärfen ihre Kriterien

Das Ökostromsiegel "Grüner Strom" und das "ok-power Label" gelten beide als besonders streng, wenn es um die Zertifizierung von Ökostrom geht. Für beide Siegel wurden zum Jahresbeginn die Regeln verschärft. Stromanbieter, die Atomkraftwerke betreiben, fallen bei beiden Labels aus der Zertifizierung raus.

Erneuerbare Energien© luigi giordano / Fotolia.com

Freiburg/Bonn (red) – Sowohl für das "ok-power Label" als auch für das Ökostromsiegel "Grüner Strom" gelten seit Januar 2016 neue Regeln. Beide Siegel gelten als besonders streng bei den Anforderungen an die jeweiligen Produkte und Unternehmen.

Die neuen Kriterien für das ok-power Label

Ziel der Reform beim "ok-power Label" ist zum einen, den Grundgedanken der Ökostromzertifizierung zu stärken, wonach Ökostromprodukte über die Belieferung mit 100 Prozent Ökostrom hinaus einen signifikanten Beitrag zur Energiewende leisten müssen, so der Verein EnergieVision e.V., der das Siegel seit Jahren vergibt. Zum anderen soll mit den neuen Kriterien der Verbraucherschutz gestärkt und die Transparenz für die Stromkunden bezüglich der Anbieter erhöht werden. Im Einzelnen wurden folgende Neuerungen eingeführt:

  • Beim neuen "Innovationsfördermodell" müssen Stromanbieter 0,5 Cent pro Kilowattstunde des verkauften Ökostroms einsetzen, um Energiewende-Projekte zu unterstützen (für Gewerbekunden gelten mengengestaffelte Förderbeiträge).
  • Firmen, die mittel- oder unmittelbar an Atom- oder Braunkohlekraftwerken beteiligt sind, fallen ab sofort aus dem Zertifizierungssystem raus. Außerdem müssen die Vertragsbedingungen für Stromkunden fair gestaltet sein: So dürfen Stromanbieter ihre Produkte beispielsweise nicht mehr per Vorkasse verkaufen.

"Grüner Strom"-Siegel setzt auf Umweltschutz

Beim Ökostromsiegel "Grüner Strom" vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) sollen neben dem Ausbau erneuerbarer Energien auch die Vereinbarkeit von Energiewende und Naturschutz verstärkt im Vordergrund stehen. Durch die Grüner Strom-Zertifizierung sollen die Energieanbieter dazu verpflichtet werden, neue Anlagen und innovative Energieprojekte zu fördern. In welche regenerativen Kraftwerke die Fördergelder fließen, regeln dabei Umweltanforderungen, die oft über das gesetzliche Maß hinausgehen, so der Naturschutzbund.

Neue Solar-Freiflächenanlagen zum Beispiel seien nur auf versiegelten oder vorbelasteten Flächen, zumindest aber auf Flächen mit geringer naturschutzfachlicher Bedeutung förderfähig. Ihre Einwirkungen auf den Naturhaushalt sollen möglichst gering sein. Auch für neue Biomasse- und Wasserkraftanlagen gelten strenge Kriterien. Bei vielen Technologien könnten nun auch freiwillige Naturschutzmaßnahmen finanziert werden, zum Beispiel bei Onshore-Windenergie.

Strengere Anforderungen an Stromabnbieter

Die Kriterien an die Stromanbieter wurden ebenfalls überarbeitet. Die jeweiligen Produkte müssen nach den neuen Kriterien transparent dargestellt und Kunden eine Beratung zum Stromsparen angeboten werden. Betreiber von Atom- oder Kohlekraftwerken werden von der Zertifizierung ausgeschlossen. Außerdem müssen die Firmen eine nachhaltige Firmenpolitik nachweisen.

Eine Übersicht zum Thema "Ökostromsiegel" gibt es in unserem Ratgeber.