Ökostromhändler bleibt einzige Möglichkeit

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
In der vergangenen Woche veröffentlichten wir das Statement von Ralf Breitenfeldt, Chef des Hamburger Stromanbieters abos AG. Darin stellte er die Daseinsberechtigung der Ökostromanbieter in Frage (den ausführlichen Bericht lesen Sie hier). Heute reagierte Dr. Kai-Hendrik Schlusche, Vorstand der NaturEnergie AG aus Grenzach-Whylen gegenüber dem strom magazin auf die Ausführungen des Hamburgers: "Die pauschale Frage von Herrn Breitenfeldt, ob wir Öko-Strom-Anbieter brauchen, ist interessant und lässt sich nur beantworten, wenn vorher eine Differenzierung der Anbieter erlaubt ist."


Schlusche weiter: "Es gibt die Aufpreisvermittler, die eigentlich gar nicht handeln und zu keiner Sekunde wirklich über regenerativ erzeugten Strom verfügen, also auch nicht verkaufen können. Und es gibt die echten Ökostromhändler mit kaufmännisch-juristisch verankerten Lieferbeziehungen mit Regenerativkraftwerken einerseits und Kunden andererseits. Für alle Kunden, die im liberalisierten Strommarkt ihren Strom zu 100 Prozent aus regenerativ Produktion bestellen wollen, wird auch zukünftig der echte Ökostromhändler ohne Aufpreismodell die einzige Möglichkeit sein, bestimmte Technologien ans Netz zu bringen bzw. in Betrieb zu halten. Die Notwendigkeit der Kategorie der Aufpreisvermittler ist allerdings wirklich stark zu bezweifeln, da hier der Mechanismus des EEG greift, bzw. eine direkte Spende oder Beteiligung das gleiche Ziel erreicht. Besonders bemerkenswert ist folgender Punkt: Nahezu alle regenerativen Zukunftstechnologien wurden bei der neuen Energiegesetzgebung berücksichtigt - mit Ausnahme der Wasserkraft größer 5 MW. Insgesamt fallen mit dieser Größenbegrenzung bundesweit 222 Wasserkraftwerke aus der EEG Förderung. Bei einer Komplettsanierung alle 60 Jahre stehen theoretisch jährlich 3 bis 4 Wasserkraftanlagen zur Totalerneuerung an. Wer soll dieses bezahlen, wenn nicht Ökostromhändler, die genau an diesen Quellen vertraglich den Strom beziehen? Die Marke NaturEnergie Silber ist bspw. dringend notwendig, um die vom EEG vernachlässigte Wasserkraft am Rhein und Neckar dauerhaft marktfähig zu halten."