Boom

Ökostromanbieter profitieren von Atomdiskussion

Ökostromanbieter profitieren offensichtlich von der aktuellen Debatte über die Nutzung der Atomenergie. Das berichtet die Zeitschrift "Wirtschaftswoche" und nennt auch Zahlen. Der Boom dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass Anbieter von Ökostrom in vielen Fällen inzwischen sogar billiger sind als konventionelle Anbieter.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Als Beispiel nennt die Zeitschrift den Ökostromanbieter Naturstrom. "Seit die Laufzeitverlängerung beschlossen wurde, hat sich bei uns die Zahl der Neukunden pro Woche auf 1000 verdoppelt", zitiert das Blatt Naturstrom-Chef Oliver Hummel. Insgesamt habe Naturstrom derzeit fast 100.000 Kunden. Hummel kündigte an, 2011 wolle das Unternehmen seine Kundenzahl um mindestens weitere 50 Prozent steigern.

Ökostrom ist oft sogar billiger

Trotz der für nächstes Jahr erwarteten höheren Strompreise ist es laut dem Verbraucherportal Verivox für viele Verbraucher aber weiter möglich, durch einen Tarifwechsel sogar weniger als bisher zu zahlen. Dies gelte sogar bei der Wahl eines Ökostrom-Tarifs. So koste der günstigste Ökostromtarif, bei dem die Kunden den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien erhalten, mit Gütesiegel und monatlicher Abschlagszahlung derzeit für den Musterhaushalt mit 4000 Kilowattstunden im bundesweiten Schnitt 750 Euro. Das sind 218 Euro weniger als der aktuelle Durchschnittspreis aller Stromverbraucher.

Ersparnis bleibe ähnlich hoch

Die Preise für Ökostrom-Tarife dürften zum Jahreswechsel prozentual nicht stärker steigen als jene von konventionellen Anbietern. Die Umlage für Ökostrom wird auf alle Anbieter zu gleichen Teilen umgelegt, so dass niemand stärker belastet wird. Somit dürfte die Ersparnis auch im neuen Jahr ähnlich hoch sein. Dies Angaben beziehen sich auf Durchschnittswerte. Ob und wie viel ein Kunde durch den Wechsel spart, hängt davon ab, wie teuer sein Anbieter derzeit ist.