Aktuelle Studie

Ökostrom verhindert Schäden in Milliardenhöhe

Eine vom Umweltministerium in Auftrag gegebene Studie ergab, dass die externen Kosten bei der Erzeugung von Strom aus fossilen Energieträgern weit über denen der erneuerbaren Energieträger liegen. Durch die Förderung des Ökostroms mit 2,4 Milliarden Euro wurden Umweltschäden in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vermieden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat im vergangenen Jahr Schäden von mindestens 2,8 Milliarden Euro vermieden. Das geht aus einem Gutachten hervor, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurde.

Dieser Wert liegt über dem Betrag, den die Förderung des Stroms aus Biomasse, Erdwärme, Fotovoltaik, Wasser und Wind durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gekostet hat - 2005 waren das laut Gutachten etwa 2,4 Milliarden Euro. Beträchtlich seien zum Beispiel die von konventionellen Kraftwerken durch Luftschadstoffe verursachten Gesundheits- und Materialschäden sowie, in geringerem Umfang, landwirtschaftliche Ertragsverluste.

Die Forscher hatten die externen Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern verglichen und ausgewertet. Demnach haben die nicht in den Strompreisen enthaltenen externen Kosten der fossilen Stromerzeugung gesamtwirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung. Hierbei spielt laut Studie der Ausstoß an Treibhausgasen eine zentrale Rolle: Für die hierdurch verursachten Klimaschäden nennt die Studie als derzeit "besten Schätzwert" Schadenskosten von 70 Euro pro Tonne Kohlendioxid.

Für die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle ergeben sich - selbst unter Berücksichtigung moderner Technik - externe Kosten in einer Größenordnung von sechs bis acht Cent pro Kilowattstunde, heißt es in der Studie weiter. Für moderne, gasgefeuerte Gaskraftwerke lägen sie immer noch bei etwa drei Cent pro Kilowattstunde. Demgegenüber verursache die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nur vergleichsweise geringe externe Kosten: In der Regel unter 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Nur die Fotovoltaik liege derzeit noch bei etwa einem Cent pro Kilowattstunde. Bau und Entsorgung der Anlagen sind in diese Berechnungen einbezogen.