Bestätigt

Ökostrom-Umlage steigt auf Rekordhöhe

Für die Förderung der erneuerbaren Energien müssen die Stromkunden im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen: Die Ökostromumlage, mit der die Kosten für den Ausbau der alternativen Energien auf die Verbraucher verteilt werden, steigt 2013 um knapp 50 Prozent auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde. Damit bestätigen sich Vorabberichte.

Solarenergie Windenergie© visdia / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das teilten die Übertragungsnetzbetreiber am Montag mit. Der Anstieg befeuerte die Forderungen nach einer schnellen Kostenbegrenzung. Den Netzbetreibern zufolge müssen 2013 mehr als 20 Milliarden Euro auf die Stromkunden umgelegt werden. Diese ergeben sich nicht nur aus einem erwarteten Anstieg der Einspeisung von Strom aus regenerativen Anlagen. Auch ein Nachholbetrag ist den Angaben zufolge enthalten, da den Betreibern von Ökostromanlagen in den ersten neun Monaten dieses Jahres knapp 2,6 Milliarden Euro Förderung mehr gezahlt worden sei als prognostiziert.

60 Euro Mehrkosten für Drei-Personen-Haushalt

Mit der Ökostrom-Umlage werden die Kosten für die staatlich garantierte Einspeisevergütung für Ökostrom auf die Stromkunden umgelegt. Sie steigt von 3,592 Cent je Kilowattstunde im nächsten Jahr auf 5,277 Cent. Der Anstieg bedeutet für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr.

Der Anstieg der EEG-Umlage in dieser Höhe sei "nicht absehbar" gewesen, da der Ausbau von Ökostrom-Anlagen in den vergangenen zwei Jahren deutlicher gewachsen sei als erwartet, sagte Umweltminister Peter Altmaier (CDU) der "Bild"-Zeitung vom Montag. Die Energiewende sei aber auch "nicht zum Nulltarif" zu haben, bekräftigte er. Im ZDF-"Morgenmagazin" kündigte Altmaier an, die Entlastungen für einige Unternehmen beim Strompreis auf den Prüfstand zu stellen. Grundsätzlich halte er die Entlastungen bei der EEG-Umlage sowie bei Netzentgelten aber für sinnvoll, da es um Arbeitsplätze gehe.

Kreis der Ausnahmen soll überprüft werden

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verteidigte die Ausnahmen für energieintensive Unternehmen. Grünen-Politiker Jürgen Trittin forderte hingegen, die "Subventionen für Schlachthöfe und Banken" abzuschaffen. Die EEG-Umlage könnte so um einen Cent je Kilowattstunde gesenkt werden. Derzeit profitieren laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mehr als 700 Unternehmen von Ausnahmen bei der Umlage. Für nächstes Jahr haben mehr als 2000 einen Antrag darauf gestellt. Die Ausnahmen stehen in der Kritik, weil sich durch sie der Kreis derer, auf die sich die Kosten verteilen, verkleinert.

Um die Verbraucher zu entlasten, forderte Rösler im rbb-Inforadio, die Stromsteuer zu senken. Dafür sprach sich auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) aus. Rösler verlangte zudem mittelfristig eine Mengenbegrenzung bei der Förderung erneuerbarer Energien. Diese gibt es bisher lediglich für Solaranlagen. Altmaier erwägt ähnliche Regelungen auch für Windkraft und Biomasse.

Anbieterwechsel kann viel Geld sparen

Politiker und Verbraucherschützer fordern immer wieder dazu auf, einen Strompreisvergleich durchzuführen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Vielfach ist so ein dreistelliger Betrag drin, der pro Jahr eingespart werden kann.

Quelle: AFP