Abgabe

Ökostrom-Umlage steigt 2012 nur leicht an (Upd.)

Die Umlage für erneuerbare Energien wird im kommenden Jahr nur leicht steigen. Die von den Stromkunden zu bezahlende Abgabe klettere um 0,062 Cent auf 3,592 Cent pro Kilowattstunde, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Branchenkreisen. Im vergangenen Jahr war sie noch um mehr als 70 Prozent in die Höhe geschossen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Mit der EEG-Umlage finanzieren alle Stromkunden die Energie aus Ökostrom Quellen. Jeder Betreiber etwa einer Solaranlage oder eines Windrades erhält eine sogenannte Einspeisevergütung für seinen gelieferten Strom. Auf diese Weise werden die erneuerbaren Energiequellen subventioniert, solange sie für die Stromproduktion noch teurer sind als herkömmliche Technik. Sollten die Energiekonzerne die Steigerung der EEG-Umlage komplett an ihre Kunden weitergeben, würde die Stromrechnung eines durchschnittlichen deutschen Haushalts um 2,17 Euro jährlich steigen.

Die politische Dimension

Die nur geringe Anhebung werde in der Branche mehrheitlich als politische Entscheidung gesehen, so Medienberichte. Wäre die Umlage stärker angehoben worden, hätte dies ein ungünstiges Licht auf die Beschlüsse des Kabinetts Merkel zur Energiewende werfen können. Doch 2013 steht die Ökostrom Umlage unter ganz anderen Vorzeichen, dann werden nämlich viele energieintentive Unternehmen von der Umlage befreit - und damit die Kosten auf weniger Schultern verteilt.

Ökostrom-Umlage war 2010 kräftig gestiegen

Verantwortlich für den großen Sprung im vergangenen Jahr war vor allem der Ausbau von Solaranlagen: Die installierte Leistung stieg 2010 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 75 Prozent. Die Produktion von Solarstrom ist im Vergleich zu Energie aus Wind und Wasser besonders teuer und wird deshalb vom Staat deutlich stärker gefördert. Die Solarförderung macht derzeit fast die Hälfte der Förderung aus, obwohl der Anteil der Photovoltaik am Strom aus erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2011 nur knapp 17 Prozent betrug.

Der starke Anstieg der EEG-Umlage im vergangenen Jahr hatte eine heftige Diskussion über die Kosten der Förderung von Ökostrom ausgelöst. In der Folge wurde ein schnelleres Absenken der Einspeisevergütung vereinbart. Im Frühjahr blieb der Bau neuer Solaranlagen dann allerdings hinter den Erwartungen zurück - weshalb die Einspeisevergütung im Sommer zunächst nicht gesenkt wurde.