Bericht

Ökostrom-Umlage soll auf 6,3 Cent steigen

Immer bis Mitte Oktober müssen die Netzbetreiber die Höhe der Ökostrom-Umlage für das kommende Jahr nennen. Diese Umlage wird 2014 weiter steigen - aber am meisten schlagen nicht neue Windräder und Solaranlagen zu Buche, sondern ein paradoxer Effekt, der mit dem Bestandsschutz zu tun hat.

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Berlin (dpa/red) - Die Bürger müssen sich auf höhere Stromrechnungen einstellen. Die über den Strompreis zu zahlende Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wird 2014 auf 6,307 Cent je Kilowattstunde (kWh) steigen. Das erfuhr die Deutsche-Presse-Agentur am Mittwoch aus mit der Berechnung der Umlage befassten Kreisen. Am Dienstag verlautete nur die ungefähre Höhe der Umlage. Bisher werden 5,277 Cent je kWh fällig, was einen Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr 185 Euro kostet. Damit würde dieser Posten nächstes Jahr auf rund 220 Euro steigen - insgesamt werden derzeit rund 1000 Euro an Stromkosten bei einem Verbrauch von 3500 kWh im Jahr fällig.

Die Umlage für 2014 wird am 15. Oktober offiziell von den vier Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben - sie wickeln sämtliche Vergütungen für Biogasanlagen, Wind- und Solarparks ab. Die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre garantierten Vergütungssatz zahlen die Verbraucher per Umlage. Ursprünglich war ein noch stärkerer Anstieg erwartet worden - aber im September gab es überdurchschnittlich wenig Wind- und Solarstrom.

Niedrige Börsenpreise, hoher Garantiepreis

In diesem Jahr ist aber nicht vorrangig der Bau neuer Wind- oder Solaranlagen für den erneuten Anstieg verantwortlich. Sondern ein paradoxer Effekt. Nach Branchenschätzungen liegt rund die Hälfte des Anstiegs im Einbruch der Börsenstrompreise begründet: Gibt es für den Ökostrom aber im Verkauf immer weniger Geld, wächst automatisch die Differenz zu den auf 20 Jahre festgelegten festen Vergütungssätzen.

Und damit die Umlage. Bisher betragen die Differenzkosten 20,3 Milliarden Euro pro Jahr. 2014 wird es mehr. Somit senkt der Zuwachs an Ökostrom und die weiter hohe Kohlestromproduktion zwar die Einkaufspreise für Strom - diese Ersparnisse werden aber kaum an die Verbraucher weitergegeben. Ihre Endkundenpreise steigen - auch durch eine automatisch mitsteigende Mehrwertsteuer und höhere Netzentgelte.

Besonders der Ausbau im Solarbereich ist in diesem Jahr geringer als 2012. Der Bundesverband erneuerbarer Energien (BEE) rechnet mit 3500 Megawatt (MW) an neuer Solarleistung, 2800 MW Windkraft an Land und 220 MW Windkraft auf See. Dieser Zubau schlägt laut BEE bei der um rund einen Cent steigenden Umlage nur mit etwa 0,15 Cent zu Buche. Kanzlerin Angela Merkel(CDU) strebt angesichts der hohen Kosten eine rasche Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes an. Allerdings kann die Politik nichts mehr ändern an dem bisher angefallenen Förderberg - denn die Zahlungen sind auf 20 Jahre garantiert und können wegen des Bestandsschutzes nicht rückwirkend gekappt oder gestrichen werden.

Quelle: DPA