Prognose

Ökostrom-Umlage könnte erstmals sinken

Nach jahrelangem Anstieg könnte die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr nach Berechnungen von Experten erstmals sinken. Der Grund dafür liegt darin, dass das Umlage-Konto mit 1,88 Milliarden Euro zurzeit gut gefüllt ist. In den vergangenen Jahren erwiesen sich die Einschätzungen als ziemlich gut. Für Verbraucher könnte das eine kleine Entlastung bedeuten.

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Berlin (dpa/red) - Auf Basis der bisher für die Umlage-Ermittlung angewandten Parameter errechneten das Öko-Institut und das Fachinstitut Agora Energiewende eine Umlage von netto 5,84 Cent je Kilowattstunde statt derzeit 6,24 Cent, basierend auf den allgemeinen Annahmen der für die Umlage-Berechnung verantwortlichen vier Übertragungsnetzbetreiber. Die Berechnungen liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Ökostrom-Umlage könnte auch 2016 sinken

Damit müsste ein Haushalt bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden nur noch 204 statt derzeit 218 Euro Umlage im Jahr über den Strompreis zahlen, zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, ist persönlich in seinen Prämissen vorsichtiger als die Netzbetreiber, prognostiziert aber auch ein Sinken: "Wir rechnen mit einer Umlage für 2015 im Bereich von sechs Cent je Kilowattstunde." Auch für 2016 wird mit einer geringeren Umlage als heute gerechnet - Grund sei vor allem ein Milliardenüberschuss auf dem Umlagekonto, hieß es.

Industrie-Rabatte mit eingerechnet

Die Zahlen preisen bereits die geplante Neuregelung bei den Industrie-Rabatten und der Ökostrom-Vergütung ein, sowie Annahmen der für die Umlageberechnung zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zur Ökostromproduktion und zur Preisentwicklung an der Strombörse. Die Verbraucher zahlen die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre garantierten Vergütungssatz.

Die Umlage für das nächste Jahr wird am 15. Oktober veröffentlicht.

Quelle: DPA