Ungleichgewicht

Ökostrom: Profit nur für manche Bundesländer

Von der Ökostromförderung profitieren einige Bundesländer deutlich mehr als andere. Die Rechnung ist einfach: Wie viel zahlen die jeweiligen Länder und welche Summe wird im Gegenzug an Ökostromvergütung ausgegeben? Bei einigen Ländern steht am Ende der Rechnung ein Plus, bei anderen ein Milliarden-Minus.

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Berlin (dpa/red) - Es gibt unter den Bundesländern wegen der hohen Zahl der Ökostromerzeuger große Profiteure bei der Energiewende. Entsprechend groß ist zum Teil der Widerstand gegen geplante Einschnitte. 2012 haben die Ökostrom-Vergütungen Bayern de facto ein Plus von 1,2 Milliarden Euro beschert. Betreiber von Solar- und Biogasanlagen in Bayern kassierten rund 3,5 Milliarden Euro Vergütungen für ihren Strom. Die bayerischen Stromverbraucher zahlten aber insgesamt nur 2,3 Milliarden Euro an Ökostrom-Umlage, errechnete der Branchenverband BDEW. Für 2013 liegen erst im Februar Zahlen vor.

Hessen, NRW und Baden-Württemberg im Soll

Ganz anders ist das Bild dagegen im Industrie-Land Nordrhein-Westfalen, wo wegen der dichten Besiedelung das Ausbaupotenzial geringer ist. 3,1 Milliarden Euro an Ökostrom-Umlage standen 1,3 Milliarden Euro an Vergütungen für Anlagenbesitzer gegenüber. Auch Hessen hat ein Soll von 600 Millionen Euro, Baden-Württemberg von knapp 400 Millionen Euro. Die Bürger der Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin zahlen ebenfalls alle mehr für Ökostromgelder, als Betreiber bei ihnen zurückbekommen. Die Förderung wird auf 20 Jahre garantiert. Die Differenzkosten zum für den Strom erzielten Preis werden per Umlage auf den Strompreis abgewälzt.

Quelle: DPA