Strom-News
IdealistischDass sogar diejenigen, die davon profitieren, sich gegen übermäßige Subventionierungen aussprechen, mag verwundern. Dennoch gibt es einige Ökostrom-Produzenten, die von der Politik weniger Unterstützung fordern. Ihre Meinung: Angesichts der fließenden Gelder geht es vielen nicht mehr um die Sache an sich.
Berlin (red) – Einer derjenigen, die sich gegen die hohe Förderung wenden, ist Johannes Lackmann. Über ihn und einige, die ähnlich denken, berichtet die Welt. Lackmann, Windpark-Betreiber und ehemaliger Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, musste feststellen, dass andere Branchenkollegen nicht bereit waren, sich öffentlich kritisch gegenüber staatlichen Beihilfen zu äußern. Als Reaktion gab er seine Mitgliedschaft im Bundesverband Windenergie auf, so wie er zuvor schon die Präsidentschaft im BEE gekündigt hatte.
Lackmann und einige andere Unternehmer sind der Ansicht, die übermäßige Förderung von Ökostrom sei der Energiewende eher abträglich. Zu hohe Subventionen könnten beispielsweise dazu führen, dass ineffizientere Projekte realisiert werden, weil mehr Geld dabei herausspringt. Ein effizientes Förderungsmanagement müsse zudem mehr Rücksicht auf die Verbraucher nehmen, die die Subventionierung ja durch die EEG-Umlage mittragen. Vielen Unternehmern jedoch gehe es ums Geld und der Gedanke an Nachhaltigkeit bleibe auf der Strecke.
Laut "Welt" sind derzeit 20 Prozent der deutschen Stromproduktion subventioniert, was die Verbraucher allein in diesem Jahr rund 14 Milliarden Euro koste. An dieser Stelle darf man natürlich nicht vergessen, dass auch Atomstrom durch Milliardensubventionen gefördert wurde. Berechnungen von Greenpeace haben ergeben, dass bis zum Jahr 2010 über 200 Milliarden in die Kernkraft geflossen sind - in Form von direkten Finanzhilfen und Forschungsförderung, aber auch den Kosten für die Endlagerung und Stilllegung. Den Gegnern des "Subventionierungswahns" geht es aber hauptsächlich darum, dass es im EEG-Gesetz "Regelungen, die den Verbraucher mit Milliarden belasten und dabei keinen einzigen sinnvollen Effekt haben" gebe (Lackmann).
Lackmann nennt als Beispiel für eine "unsinnige" Förderung den sogenannten "Repoweringbonus" für die Umrüstung älterer Windkraftanlagen. Der Bonus würde dazu führen, dass keine zusätzlichen Windräder gebaut werden. Dabei würde sich auch das rechnen, der Bonus aber fließt in die EEG-Umlage mit ein. Laut Lackmann gibt es bereits viele in der Branche, die den Geldforderungen kritisch gegenüberstehen. "Die Energiewende muss als Aufgabe langfristig Bestand haben, und das geht nur, wenn die Energieverbraucher bei den Kosten nicht überfordert werden", so Lackmann gegenüber der "Welt".
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