Verkehrsressort als Vorbild

Ökostrom: Ministerien in Berlin sind kein Vorbild

Während sich Bundeskanzlerin Merkel in Kopenhagen für den Klimaschutz einsetzt, sind ihre Regierungsgebäude in Berlin ein schlechtes Vorbild. Nur die wenigsten Ministerien in Berlin beziehen Ökostrom, das Bundeskanzleramt selbst sorge für einen besonders hohen CO2-Ausstoß.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Die meisten Bundesministerien beziehen keinen Ökostrom. Lediglich das Verkehrsressort kauft Ökostrom, ergab eine Umfrage der "tageszeitung" (taz). Wie das Blatt schreibt, beziehe das Bundeskanzleramt Strom der RWE-Tochter Envia, der besonders schädlich für das Klima sei.

Kanzleramt besonders klimaschädlich

Während eine Kilowattstunde im Bundesdurchschnitt 541 Gramm CO2 verursache, seien es bei dem Strom für das Kanzleramt 674 Gramm, berichtet die "taz" unter Berufung auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Diese Behörde kauft zentral den Strom für viele Bundesministerien ein. Die Ministerien können dabei entscheiden, ob sie Ökostrom oder den billigsten Strom ohne vorgegebene Herkunft beziehen möchten.

Ökostrom oder Billigstrom?

Das Kanzleramt habe sich "aus wirtschaftlichen Gründen" für den billigeren Strom entschieden, teilte ein Regierungssprecher auf taz-Anfrage mit. Das Kanzleramt bezahlt der Zeitung zufolge jährlich rund 510.000 Euro für Strom und verursacht damit 4715 Tonnen CO2. Klimaneutraler Ökostrom wäre etwa 72.000 Euro netto pro Jahr teurer.

Das Bundesverkehrs- und -bauministerium habe sich dagegen bei der europaweiten Ausschreibung des Stroms im Februar 2009 für Ökostrom entschieden. Dieser Strom komme von Vattenfall und sei etwa 14 Prozent teurer. Gegen den Ökostrom haben sich neben dem Kanzleramt auch die Ministerien für Justiz, Wirtschaft, Bildung, Ernährung, Arbeit sowie das Auswärtige Amt entschieden.