EEG 2004

Ökostrom kostet 2,2 Milliarden Euro (aktualis.)

Dass Strom aus regenerativen Energiequellen tüchtig gefördert wird, ist politisch gewollt und deshalb auch kein Geheimnis. Der VDEW legt jetzt Zahlen auf den Tisch: Demnach kostet der subventionierte Ökostrom den Verbraucher dieses Jahr 2,2 Milliarden Euro - 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Ökostrom wird kräftig gefördert: Um rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen 2004 die Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Stromverbraucher werden 2004 rund 2,2 Milliarden Euro für die Förderung nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zahlen. Das meldet der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) nach ersten Schätzungen.

2004 dürften rund 37 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom nach dem EEG gefördert werden. Die Einspeiser erhalten nach den gesetzlichen Vorschriften mit durchschnittlich gut neun Cent je kWh eine dreimal höhere Vergütung, schätzt der Branchenverband. Der Marktwert des eingespeisten Stroms betrage etwa rund drei Cent je kWh.

Seit dem Inkrafttreten des EEG 2000 seien die Ausgaben der Verbraucher kräftig gewachsen: Im Jahr 2000 zahlten die Kunden für die Förderung von Ökostrom 0,9 Mrd. Euro - also noch nicht einmal halb soviel wie 2004 -, berichtet der VDEW.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hält die VDEW-Berechnungen indes für zu hoch und forderte Rückzahlungen an die Verbraucher. "Die Strompreise dürften nicht steigen, sie müssten sinken", kommentierte BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke die VDEW-Daten. Wenn man die Zahlen betrachte, seien den deutschen Stromverbrauchern von ihren Versorgern in diesem und im vergangenen Jahr insgesamt 500 Millionen Euro zu viel in Rechnung gestellt worden. Dieses Geld müsse rückerstattet werden, forderte Nitschke. Damit würde die Ökostrom-Umlage für die Verbraucher wieder auf das Niveau von vor zwei Jahren sinken.

Erst in der vergangene Woche hatte der Verband der Netzbetreiber (VDN) eine aktuelle Jahresabrechnung für 2003 auf Grundlage der bis zum 20. Oktober 2004 ermittelten Daten und vorliegenden Testaten durchgeführt. Die Abrechnungsergebnisse (vorbehaltlich der durch die Netzbetreiber vorzulegenden Wirtschaftsprüfer-Testate) ergaben eine EEG-Quote in Höhe von 6,03 Prozent (2002: 5,33 Prozent) mit einer Durchschnittsvergütung von 9,14 Cent pro Kilowattstunde (2002: 8,87 Cent).

Insgesamt sei 2003 eine EEG-Strommenge von 28,50 Terawattstunden (2002: 24,96 Terawattstunden) mit einem Volumen von 2,6 Milliarden Euro gefördert worden. Im EEG-Strommix hatte der Wind einen Anteil von 66,2 Prozent (2002: 63,5 Prozent) gehabt.