Regio-Studien

Ökostrom erfordert europaweit massiven Netzausbau

Europas Stromnetze müssen massiv ausgebaut werden, wenn die EU-Wachstumsziele für erneuerbare Energien erfüllt werden sollen. So ist beispielsweise in Italien bis 2050 ein Ausbau der Stromnetze um bis zu 170 Prozent im Vergleich zu heute notwendig, um den Stromtransport in die Nachfragezentren im Norden zu gewährleisten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Dies sei ein beispielhaftes Ergebnis der regionalen Studien des EU-Projekts Susplan, die jetzt vorgestellt wurden. Das Projekt untersucht die Energiesysteme in neun europäischen Regionen und entwickelt Szenarien zur verstärkten Integration von Ökostrom. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ist einer von 16 Susplan-Projektpartnern aus 12 Ländern.

Während die Studienergebnisse deutlich zeigen, dass in vielen europäischen Regionen langfristig ein massiver Ausbau der Stromnetze notwendig ist, stelle sich die Situation bei den Gasnetzen anders dar: Energieeffiziente Wohnhäuser lassen den Heiz- und damit verbunden auch den Gasbedarf deutlich sinken. Das steht einer Erweiterung der Gasnetze entgegen. So wird beispielsweise in Spanien die Gasnachfrage der Haushalte ab 2020 wesentlich geringer ausfallen als angenommen. Schon ab 2020 ist dort daher kein weiterer Ausbau der Gasinfrastruktur notwendig. Ähnlich verhält es sich in Österreich: Hier wird aufgrund des sinkenden Gasbedarfs der Haushalte nach 2030 keine Erweiterung der Gasinfrastruktur erforderlich sein.

Die Weiterentwicklung der Energiesysteme in Richtung Ökostrom ist ein langfristiger Prozess. Daher erarbeiten die Projektpartner entsprechende Strategien für den Zeitraum 2030 bis 2050. Basierend auf einem ganzheitlichen Ansatz sollen Strom- und Gas- beziehungsweise Wärmeinfrastruktur zusammenhängend betrachtet werden. Geplant ist, alle Ergebnisse des Susplan-Projekts auf einer internationalen Konferenz am 7. Dezember in Berlin vorzustellen.