Berechnungen

Ökostrom-Anteil lag im Sommer bei 27 Prozent

Der Anteil der erneuerbaren Energien ist im Sommer vorläufigen Berechnungen zufolge auf etwas über 27 Prozent geklettert. Von Juli bis September betrug er 27,2 Prozent, wie aus vorläufigen Berechnungen des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) auf Basis von Daten der Strombörse EEX für die "taz" (Dienstagsausgabe) hervorgeht.

Solarzellen© nt / Fotolia.com

Berlin/Passau (AFP/red) - Im ersten Halbjahr 2012 war der Anteil von Windkraft, Solarenergie, Biomasse und Wasserkraft bereits erstmals über die 25-Prozent-Marke gestiegen. Besonders die Solarenergie erzielte Rekordwerte: Im Juli trug sie 9,6 Prozent der Stromerzeugung, wie das IWR errechnete.

Solarenergie deckt den Bedarf tagsüber

"Das Entscheidende ist aber nicht die reine Strommenge", sagt Institutsleiter Norbert Allnoch. Solarstrom stehe dann zur Verfügung, wenn er auch gebraucht werde und der Strom aus fossilen Energieträgern besonders teuer sei - tagsüber. Die Solarenergie decke dann die gegenüber Nachtstunden zusätzlich benötigte Kraftwerksleistung zu großen Teilen ab.

Ökostrom-Umlage steigt deutlich

Für die Förderung der erneuerbaren Energien müssen die Stromkunden im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die Ökostromumlage, mit der die Kosten für den Ausbau der alternativen Energien auf die Verbraucher verteilt werden, steigt 2013 um knapp 50 Prozent auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde. Der Anstieg bedeutet für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr.

Steigerung wegen einmaliger Sondereffekte

Die starke Steigerung ist nach Einschätzung der Energieexpertin Claudia Kemfert eine Ausnahme; sie sei durch einmalige Sondereffekte bedingt, sagte Kemfert der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. Der Strompreis an der Börse sei sehr stark gesunken, dadurch werde die Differenz zum garantierten Ökostrompreis, die über die Umlage ausgeglichen werden müsse, größer.

Aufruf zum Stromanbieterwechsel

Außerdem sei der Zubau bei den Solaranlagen sehr groß gewesen. Da die Fördersätze dafür inzwischen aber gekürzt worden seien, werde der Zuwachs geringer werden. "So hohe Steigerungsraten bei der Ökostromumlage wird es in Zukunft nicht mehr geben", sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Privatkunden rate sie, einen Wechsel des Stromanbieters zu prüfen. "Je mehr Stromkunden den Anbieter wechseln, desto größer wird der Druck auf alle Stromversorger, Preiserhöhungen möglichst zu vermeiden."

Quelle: AFP