Strom-News
VorausschauWenn in diesen Tagen wieder von vielen Versorgern steigende Strompreise angekündigt werden, dann ist einer der Schuldigen scheinbar schnell ausgemacht: die teuren erneuerbaren Energien. Doch das ist Experten zufolge zu kurzfristig gedacht.
Berlin/Frankfurt (red) - Experten zufolge sei langfristig genau das Gegenteil zu erwarten, nämlich eine rückläufige Preisentwicklung. So zitiert FR-online Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung wie folgt: "Der Ausbau von erneuerbaren Energien und Infrastruktur wirkt kurzfristig preissteigernd, langfristig aber preissenkend", so Kemfert.
Auch in einer Studie des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) heißt es, Ökostrom entlaste die Volkswirtschaft "erheblich". Ausgegangen werde dabei von den Kosten, die der Steuerzahler aufgrund der massiv sinkenden Ausgaben für Umwelt- und Klimaschäden künftig weniger tragen müsse. Dem BEE zufolge sei mit einem Rückgang dieser Schäden um 6,3 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren zu rechnen.
Zudem seien, so ein Sprecher von Greenpeace Energy, in vielen Szenarien mit höheren Strompreisen durch erneuerbare Energien der Preisdämpfungseffekt an den Strombörsen nicht eingerechnet. So verursache etwa ein Windrad keine Brennstoffkosten, egal wie lange es läuft. Und die Netzbetreiber sind verpflichtet, den - möglicherweise überschüssigen - Windstrom abzunehmen.
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Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hält den Ausbau der erneuerbaren Energien für ein Kernprojekt der schwarz-gelben Koalition. Man sollte das Thema "unideologisch" angehen und als "Chance für unser Land" betrachten, sagte Röttgen.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht das Statement des Umweltministers zu den Bedingungen für einen Atomausstieg als Bekräftigung des Ausstiegs insgesamt. Röttgens Ziele bis 2020 seien leicht zu erfüllen, so der Verband. Dann müsse es auch beim Ausstieg bleiben.
Die Ökostrombranche in Deutschland lehnt eine mögliche Milliarden-Förderung ab, die ihr die Bundesregierung durch eine geplante Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken in Aussicht stellt. "Wir brauchen das Geld nicht", sagte der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Dietmar Schütz, dem "Tagesspiegel".
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat eine grundlegende Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefordert. Es sei beispielsweise nicht sinnvoll, dass Photovoltaik die meiste Förderung bekomme, während Windenergie oder Biomasse vermutlich auf Dauer gesehen einen wichtigeren Beitrag zur Stromerzeugung leisten könnten.
Acht neue Offshore-Windparks gingen 2009 in Europa ans Netz. In diesem Jahr sollen voraussichtlich zehn weitere neue Windparks auf hoher See hinzukommen, viele weitere Projekte sind in Planung. Damit ist Europa weltweiter Spitzenreiter, was die Stromerzeugung aus Offshore-Windparks angeht.Strompreise vergleichen
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