Umweltvergleich

Ökobilanz: Benziner oft besser als Hybrid-Fahrzeuge

Der ADAC hat Kosten und Umweltfreundlichkeit von Autos verglichen und ist dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen. So schnitten mit Benzin und Diesel betriebene Pkw zum Teil besser ab als Gas- oder Hybridfahrzeuge, wie der Automobilclub am Mittwoch in München mitteilte.

Umweltplakette© Daniel Ernst / Fotolia.com

München (dapd/red) - In der unteren Mittelklasse beispielsweise setzte sich bei der Ökobilanz der konventionell angetriebene Seat Leon 1.4 TSI durch. Er kam in der Ökologie-Bilanz immerhin auf vier von fünf Sterne und ist mit einem Preis von rund 20.000 Euro vergleichsweise preiswert. Der Toyota Prius mit Hybridantrieb ist zwar umweltfreundlicher, aber auch rund 6.500 Euro teurer als der Leon. Der VW Golf 1.6 TDI bietet laut ADAC in allen gewerteten Kriterien solide Ergebnisse und kommt auf den dritten Platz.

Der Skoda Octavia Combi mit Autogasantrieb siegte den Angaben zufolge in der nächsthöheren Klasse. Er hat zwar nicht ganz so gute Umweltwerte wie der BMW 320d EfficientDynamics Edition mit Dieselmotor. Dafür ist der Skoda etwa 13.000 Euro billiger als der BMW. Dritter wurde der Mazda 6 Kombi, der preislich zwischen den beiden anderen Modellen liegt.

In der oberen Mittelklasse dagegen führt BMW mit der 520d EfficientDynamics Edition die Wertung an. Den höheren Grundpreis von knapp 43.000 Euro kann der Wagen mit niedrigem Verbrauch und sauberen Abgasen wettmachen. Dahinter folgt der 3.000 Euro billigere Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D. Den dritten Platz belegt der Diesel-Hybrid Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid. Dieser überzeugte in der Umweltwertung, kostet aber mit 54.000 Euro deutlich mehr als die Konkurrenz.

Toyota und Volkswagen Sieger bei Kleinstwagen

Dank seiner hohen Umweltwerte und der niedrigen Unterhaltskosten setzte sich der VW Eco up! bei den Kleinstwagen durch. Allerdings kostet er mit 16.000 Euro auch rund 5.000 Euro mehr als die Benziner-Variante des Peugeot 107 68 Active, der auf Platz zwei kommt. Der Fiat Panda Twinair Natural Power mit aufgeladenem Zweizylinder-Motor (Erdgas) ist kaum billiger als der VW Eco up! und hat dazu eine schlechtere Ökobilanz als die beiden anderen Modelle, so dass dem Panda nur der dritte Platz bleibt.

Bei den Kleinwagen gewann die Hybrid-Version des Toyota Yaris. Mit 18.300 Euro ist er nicht wesentlich teurer als die Modelle auf den weiteren Plätzen, dafür aber umweltfreundlicher. Den zweiten Rang erreichte der mit Flüssiggas betriebene Opel Corsa 1.2 LPG. Dem ADAC zufolge ist er sauber, sparsam und punktet dank des günstigen LPG-Kraftstoffs bei den Gesamtkosten. Der konventionell motorisierte Renault Clio mit einem kleinen aufgeladenen Benzin-Dreizylinder und Start-Stopp-Automatik kommt auf Platz drei.

Der ADAC verglich auch Oberklasse-Fahrzeuge. In dieser Kategorie schnitten die Testsieger nicht nur bei den Kosten, sondern ebenso in der Umweltbilanz deutlich schlechter ab als die Gewinner der anderen Klassen. Die beste Ökobilanz hatte dabei noch der Mercedes SL 350, der mit rund 95.000 Euro aber auch das teuerste Modell ist. Auf Platz zwei folgt der BMW 640d Gran Coupe, der 83.000 Euro kostet. Der 62.000 Euro teure Porsche Cayenne Diesel folgt dahinter.