Schlechte Alternative

"Öko-Test" kritisiert Glühbirnen-Verbot der EU

Energiesparlampen sind laut der Zeitschrift "Öko-Test" keine Alternative zu Glühlampen. "Energiesparlampen sparen bei weitem nicht soviel Energie wie von den Herstellern beworben und in der politischen Diskussion angeführt wird", berichtete die Zeitschrift in ihrer Oktober-Ausgabe.

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Frankfurt/Main (AFP/sm) - "Sie sind deutlich weniger hell als die Glühlampen, die sie ersetzen sollen, im Laufe der Zeit werden sie immer dunkler, etliche Sparlampen fallen frühzeitig aus, vor allem wenn sie häufig an- und ausgeschaltet werden." Daher sei die Entscheidung der EU-Kommission, den Verkauf von Glühlampen ab 2009 stufenweise zu verbieten, nicht zu begrüßen, erklärte "Öko-Test" am Dienstag.

Die Energiebilanz von Sparlampen werde weiter verschlechtert, wenn die Energiesparlampen in Erwartung des geringen Energieverbrauchs dauerhaft in Betrieb blieben, kritisierte die Zeitschrift. Ein bisher wenig beachteter Aspekt sei außerdem, dass die Bewohner laut einer britischen Untersuchung in Räumen mit Sparlampen die Räume um zwei bis drei Grad stärker beheizten als wenn sie Glühlampen einsetzten. "Das kalte Licht der Energiesparlampen wirkt sich direkt auf die gefühlte Temperatur aus."

Hinzu kämen gesundheitliche Risiken durch Elektrosmog sowie eine schlechte Lichtqualität. "Zudem wird die Umwelt durch das hochgiftige Quecksilber belastet, weil nur zehn Prozent der Haushalte die Energiesparlampen korrekt als Sondermüll entsorgen", heißt es in dem "Öko-Test"-Bericht.

Experten der EU-Staaten hatten sich am Montag in Brüssel darauf geeinigt, Glühbirnen wegen des hohen Stromverbrauchs ab September des kommenden Jahres stufenweise vom Markt zu nehmen. Ab dem 1. September 2012 soll es nur noch Energiesparbirnen in den Läden geben.