Europa

Öffnung der Märkte bereits 2004?

Das Europäische Parlament entscheidet heute in Straßburg über die Vollendung des Energiebinnenmarkts. Gemäß Parlamentsentwurf sollen Kunden ihren Energieversorger europaweit bis zum 1. Juli 2007 frei wählen können; für Unternehmen soll diese Freiheit bereits ab dem 1. Juli des kommenden Jahres gelten.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) erwartet von der Europäischen Union weitreichende Impulse für die erfolgreiche Liberalisierung der Energiemärkte. Das Europäische Parlament entscheidet heute in Straßburg über die Vollendung des Energiebinnenmarkts. Wichtigste Eckpunkte der geplanten Richtlinien sind ein festes Zeitlimit für die endgültige Liberalisierung, die Trennung von Erzeugerbetrieben und Netzbetreibern sowie die Verpflichtung, eine Regulierungsinstanz einzurichten. "Mit den Vorschlägen des Parlaments bekäme die Marktöffnung endlich eine klare Kontur und einen festen Rahmen. Das wäre ein Riesenschritt hin zu echtem Wettbewerb", so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Der Parlamentsentwurf sieht die freie Wahl des Energieversorgers für alle Kunden europaweit bis zum 1. Juli 2007 vor. Für Unternehmen soll diese Freiheit bereits ab dem 1. Juli 2004 bestehen. Außerdem soll die Trennung von Erzeugern und Netzbetreibern in organisatorisch und rechtlich selbstständige Unternehmen die Unabhängigkeit der Netzbetreiber sichern. Das würde den freien Zugang für alle Unternehmen zu den Versorgungsnetzen ermöglichen.

"Der EU-Entwurf ist das genaue Gegenstück zum bisherigen deutschen Modell. Wenn die Vorschläge unter Aufsicht eines Regulierers umgesetzt werden, ist das ein Befreiungsschlag für den Wettbewerb und für die Wirtschaft", so Panitz. In der Bundesrepublik hätten Energieversorger bisher die Gebühren zur Nutzung ihrer Netze immer wieder künstlich erhöht, um Konkurrenten auszuschalten.