Pläne

Obrigheim soll atommüllfrei werden

Der Energieversorger EnBW will seinen stillgelegten AKW-Standort im badischen Obrigheim atommüllfrei machen. Das Unternehmen erwäge, alte Brennstäbe aus Obrigheim ins Zwischenlager Neckarwestheim zu bringen, anstatt, wie bisher vorgesehen, ein neues Zwischenlager in Obrigheim zu bauen, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Karlsruhe.

Kernkraftwerk© Roland Marti / Fotolia.com

Karlsruhe (AFP/red) - Derzeit lagern noch 342 Brennelemente in einem Nasslager in Obrigheim. Aus diesem müssen sie im Zuge des Rückbaus des dortigen Kraftwerks aber in den kommenden drei bis vier Jahren verschwinden.

Weniger Müll als gedacht

Im rund 50 Kilometer entfernten Zwischenlager Neckarwestheim gäbe es Unternehmensangaben zufolge genügend Platz für die Brennelemente aus Obrigheim, die 15 Castoren füllen sollen. Das Zwischenlager hat laut EnBW Kapazität für insgesamt 151 Castoren mit Atommüll. Weil das Atomkraftwerk Neckarwestheim I in der Folge der Atomkatastrophe von Fukushima jedoch früher als geplant im März 2011 vom Netz ging, würden für den Müll aus Neckarwestheim in dem Zwischenlager nun nur noch 125 der 151 Plätze benötigt.

Noch keinen Antrag gestellt

Mit dem Transport des Obrigheimer Mülls nach Neckarwestheim "hätten wir die Möglichkeit, Obrigheim nach dem Rückbau der Anlage wesentlich schneller brennstoffrei zu bekommen", begründete der Konzernsprecher die Überlegungen. Noch habe das Unternehmen aber keine Anträge zur Umsetzung der Pläne gestellt.

Quelle: AFP