Zurückhaltend

Nur wenige Haushalte in NRW haben Stromversorger gewechselt

In Nordrhein-Westfalen haben bislang erst rund sieben bis acht Prozent der Haushalte ihren Stromanbieter gewechselt. Die Kunden reagierten bislang noch recht zurückhaltend auf die Angebote am Strommarkt, sagte der Jurist der Verbraucherzentrale NRW, Jürgen Schröder.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Selbst bei ihrem eigenen Anbieter hätte lediglich rund ein Drittel der Kunden in einen günstigeren Tarif gewechselt. In der Regel beziehen die Verbraucher den Strom von den jeweiligen Stadtwerken, die wiederum von den großen Energieversorgern beliefert werden. "Viele Verbraucher sind immer noch in der Grundversorgung. Da sollte man einfach mal bei den Stadtwerken nachfragen, welche günstigeren Angebote es gibt", erklärte Schröder. Dies sei gerade vor der geplanten Erhöhung der Strompreise bei den Energiekonzernen E.ON und RWE wichtig.

Gibt es bei den örtlichen Stadtwerken keine ansprechenden Angebote, sollten sich die Verbraucher einen neuen Versorger suchen. Der Wechsel sei "denkbar einfach", betonte Schröder. Nach Abschluss des Vertrages mit dem neuen Versorger übernehme dieser alle weiteren Schritte. Zudem gebe es im Internet mehrere Tarifrechner, die einen Vergleich der Angebote möglich mache.

Bei dem neuen Vertrag sollten die Verbraucher vor allem darauf achten, dass die Grundlaufzeit nicht länger als ein halbes oder ein Jahr sein sollte. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen. Auch alle Preisbestandteile sollten in dem Vertrag aufgeführt sein.

Laut Schröder macht sich ein Wechsel des Stromanbieters im Portemonnaie bemerkbar. Bei einem vierköpfigen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 bis 4000 Kilowattstunden könnten jährlich bis zu 100 Euro eingespart werden, erklärte er.