Wenig Innovation

Nur 40 von 800 Stromanbietern haben "smarte" Tarife

Seit Anfang des Jahres soll eigentlich jeder Stromanbieter in Deutschland variable Tarife im Programm haben. Doch wirklichen Willen zur Innovation zeigen nur wenige. Bisher haben nur rund 40 von 800 Unternehmen "smarte" Produkte wie intelligente Stromzähler oder spezielle Wochenendtarife im Angebot.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Freiburg (red) - Der Rest der Anbieter hält sich laut einer aktuellen Studie der Forschungsgruppe Energie- und Kommunikationstechnologien (EnCT) an die gesetzlichen Mindestvorgaben und bietet lediglich die übliche Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedertarifen (HT/NT), bei denen der Strom nachts günstiger ist, dafür aber die Grundgebühr höher. Andere würden noch abwarten.

Deutliche Variation bei Gebühren und Strompreisen

Alle geprüften Produkte zeichnen sich durch zeitvariable Arbeitspreise aus. Die meisten bieten zusätzlich ein Wohnungsdisplay oder einen Zugang zu einem Internetportal, mit denen die Kunden ihren Energieverbrauch kontrollieren können. Die Gebühren für diese Produkte variieren dabei beträchtlich. Die günstigsten Produkte mit Display oder Internetportal kosten im Grundpreis rund 100 Euro pro Jahr, die teuersten knapp 200 Euro. Die Gebühr für die Installation des Zählers kann umsonst sein oder knapp 180 Euro kosten. Die Verbrauchspreise wiederum variieren um bis zu 11 Cent pro kWh.

Großes Kundeninteresse an innovativen Produkten

Für die Marktstudie, deren Eckpunkte schon zu Monatsbeginn bekannt geworden waren, wurden über 1.100 Haushalte repräsentativ befragt. Zudem wurden über 70 Produkte untersucht und die Kosten für einen Durchschnittshaushalt simuliert. Innovative Energieprodukte für bestimmte Kundensegmente seien sehr interessant, so EnCT. Durch die schleppende Umsetzung würden die Versorger ein enormes Potenzial verschenken.