Energiepolitik

Nur 27 Prozent glauben an atomaren Gesinnungswandel

Einen schnellen Atomausstieg befürworten die meisten Deutschen. Sie würden sogar Windräder in ihrer Nachbarschaft akzeptieren und höhere Strompreise zahlen, wenn dadurch der endgültige Ausstieg in 2022 garantiert werden kann. Den Gesinnungswechsel nimmt Schwarz-Gelb aber nur eine Minderheit ab.

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Köln (dapd/red) - Die Bundesregierung kann für ihre raschen Entscheidungen zum Atomausstieg auf den Rückhalt der meisten Deutschen setzen. Im neuen ARD-Deutschlandtrend halten 54 Prozent der Befragten die schnellen Beschlüsse für richtig. 43 Prozent fanden, dass sich die Politik mehr Zeit zur Prüfung und Abwägung hätte lassen sollen. Mit dem Ausstiegstermin 2022 sind 44 Prozent der Befragten einverstanden.

Mehrheit der Befragten ist mit Zeitplan einverstanden

31 Prozent plädierten für einen rascheren Atomausstieg. 19 Prozent sagten, er gehe zu schnell. 65 Prozent der Befragten sind bereit, mehr für ihren Strom zu bezahlen, wenn er nicht mehr aus Atomkraft stammt. 71 Prozent würden für einen schnellen Atomausstieg neue Hochspannungsleitungen und Windräder in der Nachbarschaft in Kauf nehmen. Ein atomares Endlager wollen aber nur 17 Prozent in der eigenen Region akzeptieren, 82 Prozent hingegen nicht. Nur 27 Prozent der Befragten glauben, dass die Atomkatastrophe in Japan ursächlich für den Kurs der Bundesregierung ist. 57 Prozent hingegen sehen die Angst vor Wahlniederlagen als Grund für die Kehrtwende in der Atompolitik der Union.

Kurswechsel in der Atompolitik liege nicht an Japan

In der Parteienpräferenz können die Grünen ihren Höhenflug fortsetzen. Sie legten im Vergleich zum Vormonat um einen Punkt auf 24 Prozent zu. Das ist der höchste Wert, der je für die Grünen im ARD-Deutschlandtrend gemessen wurde. Die Union büßte zwei Punkte ein und erzielt jetzt 33 Prozent. Die SPD verlor einen Punkt und kommt auf 25 Prozent. Die FDP kletterte von vier auf fünf Prozent, die Linke ebenfalls einen Punkt auf acht Prozent. Zum Atomausstieg wurden am Montag und Dienstag 1.007 Wahlberechtigte befragt. Für die Sonntagsfrage waren es vom Montag bis Mittwoch 1.507 Wahlberechtigte.