Elefantenhochzeit

Nuon und Essent wollen fusionieren

In einer gemeinsamen Erklärung haben die niederländischen Energiekonzerne Essent und Nuon ihre Fusionspläne bekanntgegeben. Die neue EssentNuon werde einem Umsatz von 12 Milliarden Euro, 20.000 Beschäftigten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland sowie über fünf Millionen Kunden haben.

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Amsterdam/Arnheim (red) - Wie die Unternehmen mitteilen, benötigt die Fusion noch die Zustimmung der Anteilseigner, eine Stellungnahme der Gesamtbetriebsräte von Essent und Nuon sowie die Genehmigung des niederländischen Kartellamts. Außerdem finden die Fusionsverhaltensregeln des Sozialwirtschaftlichen Rats der Niederlande (SER-Fusionscode) Anwendung. Nach Abschluss der Transaktion wird der neue Konzern vorläufig unter dem Namen EssentNuon N.V. geführt.

Michiel Boersma, der Vorstandsvorsitzende von Essent, sagte dazu: "Die Fusion zwischen Essent und Nuon ist ein logischer Schritt. Beide Unternehmen ergänzen einander auf vielen Gebieten. Es entsteht ein niederländischer Konzern, der auf einem sich stark wandelnden Energiemarkt Gewicht hat. Und das ist im Interesse unserer Kunden, unserer Beschäftigten und unserer Anteilseigner." Und Ludo van Halderen, der Vorstandsvorsitzende von Nuon, ergänzte: "Der Energiemarkt ist ein internationaler Markt, auf dem Größe und Leistungsstärke erforderlich sind, um den gesellschaftlichen Interessen dienen zu können. Durch Wachstum in Europa können wir nicht nur eine führende Rolle bei der Sicherung der Energieversorgung übernehmen, sondern auch Zuverlässigkeit zu bezahlbaren Kosten gewährleisten."

Bei der voranschreitenden Konsolidierung auf dem europäischen Energiemarkt sei Unternehmensgröße eine wichtige Voraussetzung für die Sicherung der Handlungsfähigkeit, so die Unternehmen. Überdies bringe die Verschmelzung eine Verstärkung der Einkaufskraft, was sich günstig auf die Preise auswirke. Darüber hinaus könne der neue Konzern durch Synergievorteile und niedrigere Kosten im Wettbewerb mit anderen europäischen Energieversorgern besser bestehen und seine Position auf dem Gebiet nachhaltiger Energien weiter ausbauen.

Der geschätzte Wertzuwachs durch die Fusion beläuft sich den Angaben zufolge auf über 2,8 Milliarden Euro als Folge jährlicher Synergievorteile von 300 bis 335 Millionen Euro. Die Einsparungen werden vor allem in den Bereichen Einkauf und IT sowie durch die Rationalisierung von sich überschneidenden oder doppelten Funktionen erzielt. Im Zuge der Fusion ist zu erwarten, dass es zu einem Abbau von etwa 1.350 Arbeitsplätzen kommt.

An der Spitze des neuen Konzernvorstands wird Michiel Boersma, der Vorstandsvorsitzende von Essent stehen. Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender wird Øystein Løseth fungieren, der Vorstandsmitglied von Nuon ist. Die Zentrale des neuen Konzerns wird in Amsterdam angesiedelt.

Ferner wurden für die Hauptgeschäftsbereiche mehrere Hauptniederlassungen festgelegt, darunter Geertruidenberg (Produktion), Arnheim (Netzbetrieb), Den Bosch (Privatkunden), Amsterdam (Firmenkunden und Handelsaktivitäten), Düsseldorf (deutscher Markt) und Vilvoorde bei Brüssel (belgischer Markt). Daneben verfügt der neue Konzern über ein Netzwerk größerer und kleinerer Regionalgeschäftsstellen mit spezifischen Funktionen. Die definitive Gestaltung des Geschäftsstellennetzes soll zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden.

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