Gasmarkt

Nuon stellt alle Verträge auf Zweivertragsmodell um

Der Gasanbieter hat alle Verträge von der City-Gate-Variante auf das Zweivertragsmodell umgestellt. Eine sichere Belieferung der Kunden nach diesem Modell sei möglich, so Nuon. Zudem könne man die Kunden derart zu deutlich erleichterten Konditionen beliefern.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Energieanbieter Nuon Deutschland hat alle relevanten Transportverträge von der City-Gate-Variante auf das einfachere Zweivertragsmodell umgestellt. Damit setzt Nuon die Entscheidung der Bundesnetzagentur vom November 2006, die Einzelbuchungsvariante zu untersagen, um. Das neue Modell erleichtert den Zugang zu den Gasnetzen und gilt als Voraussetzung für echten Wettbewerb auf dem Gasmarkt. Die technischen Details zur Umsetzung des "Wettbewerbsmodells" sind in einer veränderten Kooperationsvereinbarung (KoV) zwischen den Netzbetreibern festgehalten, die aktuell im Entwurfsstadium vorliegt. Sie soll zum 1. Juni 2007 in Kraft treten.

Noch bestehende logistische Probleme bei der Gasdurchleitung durch mehrere Zonen könnten im Sinne des Wettbewerbs bis zum Beginn des Gaswirtschaftsjahres im Oktober gelöst werden. Nuon teile die Bedenken der etablierten Gaswirtschaft nicht, wonach die KoV das Zweivertragsmodell bislang nur innerhalb eines bestimmten Netzgebietes problemlos ermöglicht, so Nuon-Deutschland-Chef Dr. Thomas Mecke.

Die von der Bundesnetzagentur veranlassten Vertragsanpassungen erleichterten den bundesweiten Geschäftskundenvertrieb wesentlich. Bislang musste Nuon zur Belieferung seiner Kunden monatlich Einzelbuchungsverträge mit allen Netzbetreibern im Belieferungsgebiet vereinbaren und war gezwungen, Transportkapazitäten zu buchen und an so genannten Citygates bereitzustellen. Der Vorteil des neuen Modells: Anbieter, die ihr Gas von A nach B transportieren, müssen mit dem Zweivertragsmodell nur noch einen Einspeise- und einen Ausspeisevertrag ("Entry-Exit") schließen

Hintergrund: Im November hatte die Bundesnetzagentur in einem von Nuon und dem Bund Neuer Energieanbieter (BNE) angestrengten Beschwerdeverfahren gegen E.ON-Hanse, Stadtwerke Hannover und RWE-Transportnetz die Einzelbuchungsvariante untersagt. Die Behörde folgte der Argumentation von Nuon und BNE, dass die Einzelbuchungsvariante neue Anbieter diskriminiert und die Markt öffnende Wirkung des vom Gesetzgeber gewollten Zweivertragsmodells einschränkt. Die Netzbetreiber mussten daraufhin ihre KoV vom Juli 2006 bis Ende März 2007 korrigieren.