Zahlungsrückstand

Nun auch RWE: Keine Netznutzung mehr für DSA

Die RWE Net AG hat der Deutschen Strom AG heute aufgrund ausstehender Forderungen den Stromvertrieb über das Verteilnetz der RWE untersagt. Laut RWE Net AG stehen eine Million Euro aus. Die DSA will nun ausstehende Beträge anweisen, um eine Pflichtversorgung der rund 3000 betroffenen Kunden zu vermeiden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Nun hat auch die RWE Net AG der Deutschen Strom AG die Netznutzung aufgrund ausstehender Forderungen verwehrt. "Da die Deutsche Strom AG (DSA) erheblichen Zahlungsrückstand bei der Begleichung von Netznutzungsentgelten hat, sieht sich die RWE Net AG gezwungen, ihr Netz der DSA nicht mehr zur Verfügung zu stellen", heißt es in einer heute am späten Nachmittag verbreiteten Pressemitteilung der RWE Net AG. Die DSA begleiche die ausstehenden Forderungen nicht, obwohl DSA-Kunden ihrerseits die im Strompreis enthaltenen Netznutzungsentgelte an den Stromhändler entrichtet hätten.

Laut Rudi Gaidosch, Pressesprecher der RWE Net AG, beläuft sich die ausstehende Zahlung auf eine Million Euro - 30 Prozent der Gesamtsumme. In diesem Betrag noch nicht enthalten seien die Netznutzungsentgelte der Monate März und April. Man habe der Deutschen Strom AG wiederholt Fristen gesetzt, selbige verlängert und angemahnt, doch, so Gaidosch gegenüber dem strom magazin: "Irgendwann ist Schluss". Die RWE habe "viel Landmut" gezeigt und sei der DSA "sehr weit entgegenkommen". Jedoch: Wenn sich die DSA nicht bewege, müsse sie auch mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

Betroffen sind rund 3000 DSA-Kunden im Verteilnetz der RWE. Diese werden laut RWE "unverzüglich" über das Ende der Stromlieferungen durch die DSA informiert. Eine unterbrechungsfreie Belieferung der betroffenen Kunden wird durch den örtlichen Versorger nach dem Allgemeinen Tarif sichergestellt.

Ina-Vanessa Skorka, Pressesprecherin der Deutschen Strom AG, betonte erneut, dass die DSA die Netznutzungspreise als zu hoch erachte. Mit der RWE Net, so Skorka, verhandele man weiterhin über die Höhe der in Rechnung gestellten Netznutzungsentgelte. "Eine abschließende Klärung" erwarte die DSA für Montag nächster Woche, 29. April. Ausstehende Beträge würden angewiesen, um eine Notstromversorgung für die Kunden der DSA zu vermeiden. Weitere Informationen könne die Deutsche Strom AG erst "nach der abschließenden Klärung" des Sachverhalts bereitstellen.