Export nach Frankreich

Nukleare Altlasten in Hanau: BfS räumt Plutoniumlager

In der früheren Fertigungshalle des Siemens-Konzerns lagern unbenutzte plutoniumhaltige Kernbrennstoffe, die für den nie in Betrieb gegangenen "Schnellen Brüter" in Kalkar und für den inzwischen stillgelegten Versuchsreaktor Karlsruhe bestimmt waren. Das Plutonium soll nun in Frankreich aufgearbeitet werden.

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Hanau/Berlin/Salzgitter (red) - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird das staatliche Verwahrlager für Plutonium in Hanau räumen. "Damit lösen wir unser Versprechen ein, bis 2005 die in staatlicher Verwahrung untergebrachten nuklearen Altlasten abtransportieren zu lassen. Und wir leisten unseren Beitrag, um das Kapitel der Schnellen-Brüter-Technologie in Deutschland endgültig abzuschließen", erläutert BfS-Präsident Wolfram König.

In der früheren Fertigungshalle des Siemens-Konzerns lagern seit Jahren unbenutzte plutoniumhaltige Kernbrennstoffe, die ursprünglich für den nie in Betrieb gegangenen "Schnellen Brüter" in Kalkar und für den inzwischen stillgelegten Versuchsreaktor Karlsruhe bestimmt waren. Das gesamte in Hanau gelagerte Plutonium soll nun in Frankreich zu Brennelementen verarbeitet werden, die dann in RWE-Atomkraftwerken verwertet werden sollen.

Bundesumweltminister Jügen Trittin begrüßte die Einigung zwischen den Vertragsparteien: "Die Bundesregierung hält Wort. Mit der Vereinbarung erfüllen wir die Zusage, die wir der Hanauer Bevölkerung im Rahmen der Stilllegungsverfahren gemacht haben: Der Plutoniumbunker in Hanau wird endgültig geräumt und kann abgerissen werden." Und BfS-Präsident König ergänzt: "Das BfS will die größtmögliche Sicherheit für die Bevölkerung und übernimmt deshalb Verantwortung für die Entsorgung gefährlicher Materialien einer verfehlten Atomtechnologie der 70er Jahre."

Das Material besteht im Wesentlichen aus 205 Brennelementen. Der Plutonium-Anteil ist mit bis zu 35 Prozent so hoch, dass er zur Atomwaffenherstellung geeignet ist und deshalb wegen der Gefahr der Entwendung mit höchster Sicherheitsstufe verwahrt werden muss. Die RWE hatte als Eigentümerin des bereits gefertigten Reaktorkerns keine Genehmigung zur Handhabung dieser Stoffe.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hingegen kritisierte das Vorhaben: "Anstatt deutsches Plutonium hin- und herzuschieben, muss der Plutoniumkreislauf endlich durchbrochen werden", fordert Greenpeace-Energieexpertin Susanne Ochse. "Das Plutonium muss in Hanau bleiben, als Abfall deklariert und in Deutschland entsorgt werden."