Umwelt

NRW will seinen Wald auf den Klimawandel vorbereiten

Innerhalb der nächsten Jahre soll der Wald in Nordrhein-Westfalen fit für den Klimawandel gemacht werden. Wichtig für eine Anpassung seien vor allem mehr Mischwald sowie eine Vergrößerung der Waldfläche. Dabei setzt das Land unter anderem auf eine digitale Standortklassifikation, anhand derer Karten für eine standortgerechte Auswahl von Bäumen erstellt werden können.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - "Wir brauchen einen Zubau an Wald", sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Mittwoch auf einer Fachtagung in Düsseldorf; und führte weiter aus: "NRW muss weg von den anfälligen Monokulturen." Mischwälder seien für Wetterextreme wie längere Trockenheit, stärkere Stürme oder häufigere Starkregen im Winter besser gerüstet. Zugleich könne mehr Wald verstärkt das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) binden. Im Wald von NRW seien schon jetzt 156 Millionen Tonnen CO2 im Holz und im Boden gespeichert.

Wie soll der Wald der Zukunft aussehen?

Derzeit sind 26 Prozent der Landesfläche mit Wald bedeckt - insgesamt rund 916.000 Hektar. Davon sind aber nur gut 117.000 Hektar Staatswald. Auf ihm will das Land Strategien für den Wald der Zukunft entwickeln, die auch den landesweit insgesamt 150.000 privaten Waldbesitzern zugutekommen sollen.

Zu den Projekten, auf die das Land dabei setzt, zählt unter anderem eine digitale Standortklassifikation. Sie simuliert, wie sich eine Zunahme der Temperatur und die Veränderung der Niederschlagsmenge auf die einzelnen Waldstandorte auswirken. Verknüpft mit Angaben zu den Ansprüchen bestimmter Baumarten lassen sich so Karten für eine standortgerechte Auswahl von Bäumen erstellen.

Vor allem die Fichte, mit einem Anteil von 37 Prozent derzeit noch die am weitesten verbreitete Baumart in NRW, dürfte langfristig zu den Verlierern gehören, wie Experten auf der Tagung betonten. Die Fichte könne Wärme und Trockenheit weniger gut ertragen als etwa Buchen, die sich deshalb künftig stärker ausbreiteten.

Waldbestand muss widerstandsfähiger werden

Im Fokus des Landes steht auch eine Verbesserung der Artenvielfalt im Wald. Auch sie soll den Bestand widerstandsfähiger machen. Dazu sollen im Staatswald künftig verstärkt Flächen aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden und als "Wildnisgebiete" sich selbst überlassen bleiben. Dafür geeignet seien insbesondere Eichen- und Buchenbestände, die mehr als 120 Jahre alt sind.

Auch eine nachhaltig betriebene wirtschaftliche Nutzung des Waldes will das Land vorantreiben. Sie soll ebenfalls helfen, den Klimawandel einzudämmen. So könne mit Holz als Baustoff und dem damit verbundenen Verzicht auf energieintensive Materialien wie Beton, Ziegel, Stahl oder Aluminium ebenfalls viel CO2 eingespart werden, hieß es auf der Tagung. Entsprechend soll auch der Anteil von Holz als regenerativer Energieträger steigen.