Klimaschutzdebatte

NRW-Umweltminister fordert längere Laufzeiten für Atomkraftwerke

In der Klimaschutzdebatte hat NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) für ein Ende des Atomausstiegs plädiert. Die Laufzeit der Kraftwerke, die technisch auf dem neusten Stand sind, sollten verlängert werden. Zudem zeigt sich der Minister skeptisch in Bezug auf die Reduzierung der CO2-Emissionen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Auf die Frage, ob die EU-Klimaziele mit dem Atomausstieg zu erreichen seien, sagte Eckhard Uhlenberg, nordrhein-westfälischer Umweltminister (CDU) der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe): "Ich bin der Auffassung, dass das mit einem Atomausstieg nicht geht in einem Industrieland wie unserem. Man sollte die Laufzeit der Atomkraftwerke, die technologisch auf dem neuesten Stand sind, verlängern." Er favorisiert einen "Maßnahmenmix", wozu neben der Laufzeitverlängerung auch Energieeinsparung und Investitionen in erneuerbare Energien zählen.

Als Vorsitzender der Umweltministerkonferenz will Uhlenberg auf einem Sondergipfel am 22. März in Düsseldorf über die Umsetzung der EU-Klimaziele beraten. "Wir brauchen neue Logistikkonzepte, um den Energieverbrauch beim Güterverkehr zu senken. Wir prüfen, ob wir den Flugverkehr in den Emissionshandel einbeziehen", sagte Uhlenberg. Die Bundesländer müssten sich zudem auf die Folgen des Klimawandels einstellen, zum Beispiel beim Hochwasserschutz.

Uhlenberg zeigte sich skeptisch, dass NRW die in der EU vereinbarte Senkung des Kohlendioxids um 30 Prozent bis 2020 schaffen könne. Nordrhein-Westfalen sei als industrieller Schwerpunkt und Energieland Nummer eins besonders gefordert. "Wir wollen Energieland bleiben, deshalb darf es nicht durch unrealistische Vorgaben zu einer Deindustrialisierung kommen. Man habe auch eine nationale Aufgabe bei der Energieerzeugung und -versorgung", sagte der CDU-Politiker.