"Nicht nachvollziehbar"

NRW-Landesregierung rügt Risiken beim RAG-Börsengang

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen befürchtet, beim geplanten Börsengang der RAG auf Milliarden-Risiken sitzen zu bleiben. Wie die "Süddeutschen Zeitung" meldet, sieht Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) wichtige Fragen noch "nicht hinreichend beantwortet".

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Düsseldorf/München (ddp-nrw/sm) - In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kritisierte sie, das vorgelegte Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe eine Schwäche. Es enthalte "keine klaren, plausiblen und nachvollziehbaren Aussagen" über die finanziellen Risiken, die auf das Land zukommen. Das Gutachten beziffert die Folgelasten der Zechenstilllegung bis zum Jahr 2018 auf 13,2 Milliarden Euro. Diese Summe, so behauptet die RAG, sei durch den Erlös aus dem Börsengang und Rückstellungen des Unternehmens gedeckt.

Die Schwäche des Gutachtens werde laut Thoben dadurch verschärft, dass es "auf den Planungsrechnungen der RAG" beruhe. Ob diese Grundlagen aber plausibel seien, sei in der KPMG-Untersuchung nicht geprüft worden. Die Ministerin beklagte sich bei Glos auch darüber, dass ein juristischer Vertreter von NRW an einer Besprechung mit KPMG im Bundeswirtschaftsministerium über das Gutachten am 28. August nur 20 Minuten zugegen sein durfte.

Der Chef der früheren Ruhrkohle AG, Werner Müller, hatte angekündigt, die Nicht-Kohle-Bereiche des Konzerns im Frühjahr 2007 an die Börse zu bringen und aus dem Erlös die Lasten zu finanzieren, die sich aus der Schließung der Zechen ergeben.