CO2-Einsparung

NRW: Gesetzliche Anreize für Kraftwerkserneuerung

Mehr als 13,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid (C02) sollen mit der Umsetzung des Kraftwerkserneuerungsprogramms in Nordrhein-Westfalen (NRW) bis 2012 jährlich eingespart werden. Diese Zahlen ergeben sich aus Berechnungen des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - "Das ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung des Klimaschutzes, den wir gerade an einem Standort wie Nordrhein-Westfalen sehr ernst nehmen", erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben dazu. Durch die derzeit geltende gesetzliche Regelung für die Zuteilung von Emissionsrechten bestünden für die Kraftwerksbetreiber besondere Anreize für den Ersatz von Altanlagen durch neue, hocheffiziente Kraftwerke.

Mit der bereits begonnenen Erneuerung des Kraftwerksparks an Rhein und Ruhr werden nach Abschätzung des Wirtschaftsministeriums bis zum Jahr 2012 die Kohlendioxid-(C02)Emissionen aus Kraftwerken um elf Prozent verringert. In der kommenden sieben Jahre sollen Wirkungsgrade von 43 Prozent für Braunkohlekraftwerke, etwa 46 Prozent für Steinkohlekraftwerke sowie mehr als 57 Prozent bei Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD) erreicht werden. Weltweit gehe man derzeit von einem mittleren Wirkungsgrad von 30 Prozent bei den im Betrieb befindlichen Kohlekraftwerken aus. Mit jedem Prozent Steigerung des Wirkungsgrades würden die C02-Emissionen um rund 3,6 Prozent (Braunkohle) bzw. zwei Prozent (Steinkohle) sinken, beim Erdgas rechneten Experten mit 1,7 Prozent.

Die geplanten C02-Entlastungen pro Kraftwerksstandort im Detail:
- Niederaußem, Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik (BoA) mit einer Leistung von 1.000 Megawatt (MW), durch RWE-Power AG bereits realisiert, C02-Reduktion gegenüber Altanlage: 3 Millionen Tonnen pro Jahr,
- Neurath, Neubau eines Braunkohlekraftwerkes mit optimierter Anlagentechnik mit einer Leistung von 2.100 MW (Doppelblock) durch die RWE Power AG, C02-Einsparung gegenüber Altanlage: 6 Millionen Tonnen pro Jahr,
- Walsum, Neubau eines Steinkohlekraftwerkes mit einer Leistung von 750 MW durch die STEAG AG, Investitionssumme: rund 800 Millionen Euro, Baubeginn: Ende 2006, C02-Reduktion gegenüber Altanlage: 850.000 Tonnen pro Jahr,
- Datteln, Neubau eines Steinkohlekraftwerkes mit einer Leistung von rund 1.000 MW durch die E.on AG, Investitionssumme: über 800 Millionen Euro, Baubeginn: 2006, C02-Reduktion gegenüber Altanlage: 1,15 Millionen Tonnen pro Jahr,
- Hamm-Uentrop, Neubau eines Gaskraftwerkes mit einer Leistung von 800 MW durch die Trianel GmbH, Investitionssumme: rund 450 Millionen Euro, Baubeginn erfolgt, 1. Spatenstich am 01.09.2005, C02-Reduktion gegenüber Altanlage Erdgas: 950.000 Tonnen pro Jahr,
- Hürth, Bau eines GuD-Kraftwerkes mit 800 MW durch die Firma Statkraft, Investitionssumme: 400 Millionen, Baubeginn noch im September 2005, C02-Reduktion gegenüber Altanlage Erdgas: 950.000 Tonnen pro Jahr,
- Herdecke, Neubau eines Gaskraftwerkes mit einer Leistung von 400 MW durch Mark E, AVU, Statkraft und ggf. weitere Partner, Investitionssumme: rund 220 Millionen Euro, Baubeginn: September 2005, C02-Reduktion gegenüber Altanlage Erdgas: 500.000 Tonnen pro Jahr,
- Heizkraftwerk Köln-Niehl II (bereits realisiert durch RheinEnergie), Investitionsvolumen rund 250 Millionen Euro, C02-Reduktion gegenüber Altanlage Erdgas: 450.000 Tonnen pro Jahr.

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