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Nordosten unter Strom - Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Wie das Statistische Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, wird mittlerweile mehr als ein Viertel des Stroms im Nordosten auf der Basis von Wind-, Bio-, Wasser- und Sonnenenergie erzeugt. 2003 übertraf die Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien erstmals die Versorgungsleistung von Erdgas.

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Schwerin (ddp-nrd/sm) - Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern hat sich auf dem Strommarkt Mecklenburg-Vorpommerns als bedeutende Größe etabliert. Wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Schwerin mitteilte, wird mittlerweile mehr als ein Viertel des einheimischen Stroms auf der Basis von Wind-, Bio-, Wasser- und Sonnenenergie erzeugt.

Mit insgesamt 1,5 Milliarden Kilowattstunden wurden demnach 2003 gut zwölf Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energieträgern für die öffentliche Versorgung bereitgestellt als im Jahr davor. Diese Menge würde ausreichen, knapp 77 Prozent des jährlichen Strombedarfs aller Privathaushalte ausschließlich mit Ökostrom abzudecken.

Die regenerative Stromerzeugung im Nordosten sei in den vergangenen zehn Jahren von weniger als eine Million auf insgesamt 1,5 Milliarden Kilowattstunden 2003 angewachsen, teilte das Amt mit. Die Bedeutung der erneuerbaren Energien liege neben der Schonung fossiler Energieträger vor allem im Klimaschutz. Im vorigen Jahr sei allein durch die Verstromung von Wind-, Bio-, Wasser- und Sonnenenergie der Ausstoß von mehr als 800 000 Tonnen Kohlendioxid vermieden worden.

2003 übertraf die Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 26 Prozent im Nordosten erstmals die Versorgungsleistung von Erdgas. Damit waren sie nach der Steinkohle die zweitwichtigsten Energieträger in der öffentlichen Stromversorgung. Rund 46 Prozent der insgesamt erzeugten 5,8 Milliarden Kilowattstunden Strom würden hierzulande aber nach wie vor aus Steinkohle gewonnen.

Windenergie stelle mit 86 Prozent den größten Anteil an der regenerativen Stromerzeugung. Im vergangenen Jahr seien die Winderträge gegenüber 2002 vor allem durch Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen weiter um 14 Prozent auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Kilowattstunden angestiegen. An zweiter Stelle rangiere mit einem Anteil von neun Prozent beziehungsweise mit 139,4 Millionen Kilowattstunden die Verstromung von Biomasse. Dabei diene hauptsächlich Altholz als Energieträger.

Die Fotovoltaik besaß im vergangenen Jahr zwar nur geringe Bedeutung für die Stromversorgung. Die Solarstromerzeugung nahm dennoch einen deutlichen Aufschwung um 62 Prozent auf 3,3 Millionen Kilowattstunden.