Feature

Norddeutschland: Vorreiter beim Energiesparen

Angesichts steigender Preise für Strom, Öl und Gas sowie globaler Klimaprobleme verstärken die Städte in Norddeutschland ihre Anstrengungen beim Energiesparen. Hannover beispielsweise sieht sich mit einem Klimaschutzfonds in einer Vorreiterrolle. Oldenburg legte kürzlich einen Aktionsplan "Energie 2006" vor.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/sm) - In anderen Kommunen werden unter anderem Solaranlagen und so genannte Passivhäuser gefördert, um den Kohlendioxidausstoß zu senken.

Hannover könne auf den in Europa einmaligen Klimaschutzfonds "proKlima" zurückgreifen, sagt Astrid Hoffmann-Kallen vom Fachbereich Umwelt der Stadt. Fast fünf Millionen Euro jährlich stellten Stadt und Stadtwerke dafür seit 1998 als Budget zur Verfügung. Die Zuschüsse flössen vor allem in den Bau von Solaranlagen, schadstoffarmen Gas-Kesseln und Passivhäusern. Mit den bislang geförderten Projekten sei es gelungen, den jährlichen Kohlendioxidausstoß um etwa 60 000 Tonnen zu senken. Das jüngste Projekt sei eine Null-Emissions-Siedlung im Stadtteil Wettbergen, sagt Hoffmann-Kallen. Dort sollen 300 Passivhäuser entstehen. Dabei könne auf ein herkömmliches Heizsystem verzichtet werden, denn die Wärme werde aus Solarzellen auf dem Dach und der Abluft gewonnen.

Auch Hamburg kann Erfolge vorweisen. Beim Wettbewerb "Energiesparkommune" der Deutschen Umwelthilfe im vergangenen Jahr belegte die Hansestadt den dritten Platz unter den 77 teilnehmenden Städten. Im Bereich Energiesparen in öffentlichen Gebäuden wurde die Stadt sogar Sieger. Seit 2003 unter anderem damit begonnen wurde, 200 000 Leuchten auszutauschen, 500 Sporthallen mit einer Lichtsteuerung auszurüsten und über 540 Heizkessel zu ersetzen, sei die städtische Stromrechnung um fast 3,5 Millionen Euro entlastet worden, sagt Volker Dumann von der Umweltbehörde. Seit 2002 würden zehn Prozent des Stroms aus Biomasse, Wind- und Wasserkraft erzeugt. Damit gehöre Hamburg zu den bundesweiten Vorreitern.

Schon seit 1980 achtet Kiel auf effizientes Energiemanagement für die städtischen Liegenschaften. Trotz Wachstums der Stadt seien die Verbrauchskosten für Energie "seither konstant geblieben", sagt Stadtsprecher Detlef Strempel. Auch die Kohlendioxidemission sei in den vergangenen zehn Jahren um sechs Prozent zurückgegangen. Seit 1995 habe Kiel 2,7 Millionen Euro in die Sanierung öffentlicher Gebäude investiert, was die Stromrechnung jährlich um 273 000 Euro entlaste. Ein Umweltprogramm an 38 Kieler Schulen trage dazu bei, dass die Stadt pro Jahr 654 000 Euro einspare.

Bremen hat ein Landesenergieprogramm entwickelt. Dabei seien die 50 größten Stromfresser unter den öffentlichen Gebäuden ermittelt, deren Nutzer für das Thema sensibilisiert und etwa 140 000 Euro in stromsparende Geräte investiert worden, erläutert Umweltsenatssprecher Holger Bruhns. "Damit sparen wir im Jahr 40 000 Euro", fügt er hinzu. Darüber hinaus habe Bremen seit 1993 mehr als 700 Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz unterstützt, sagt Bruhns. Dafür seien mehr als zwölf Millionen Euro ausgegeben worden. Dank dieser Projekte vermindere Bremen den jährlichen Kohlendioxidausstoß um 26 000 Tonnen.

Für Oldenburg stellte Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD) Anfang Februar den Aktionsplan "Energie 2006" vor. In diesem und im vergangenen Jahr hat die Stadt nach eigenen Angaben 450 000 Euro in öffentliche Gebäude investiert, damit dort weniger Strom und Wärme verbraucht wird.

Von ddp-Korrespondent Patrick Steller