Beschleunigter Netzausbau

Norddeutsche Regierungschefs wollen Turbo-Energiewende

Für eine schnellere Wende von der Kernenergie hin zu den erneuerbaren Energien haben sich die Ministerpräsidenten der fünf norddeutschen Bundesländer am Donnerstag im Ostseebad Boltenhagen ausgesprochen. Besondere Bedeutung wurde der Windkraftnutzung auf See zugesprochen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Boltenhagen (dapd/red) - Dafür sei der beschleunigte Ausbau der Leitungsnetze erforderlich, um den in Norddeutschland regenerativ gewonnenen Strom in die südlichen Ballungsgebiete leiten zu können, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering (SPD) im Einvernehmen mit seinen Amtskollegen aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. "Besondere Bedeutung hat die Offshore-Windenergie", betonte Sellering.

Mehr Tempo beim Netzausbau

Die Regierungschefs forderten von der Bundesregierung für den Netzausbau ein mit ihnen abgestimmtes Beschleunigungsgesetz, wie es sich seinerzeit beim Bau der A 20 bewährt habe. Gleichzeitig mahnten sie mehr Anstrengungen in der Wissenschafts- und Forschungstätigkeit an, um mit intelligenten Netzen und Speicherkapazitäten die Schwankungen beim anfallenden Strom durch die regenerative Energiegewinnung ausgleichen zu können. Sie plädierten zudem für ein wirkungsvolles Bürgschafts- und Förderprogramm des Bundes, da die Banken sich bei der Kreditvergabe für regenerative Energieanlagen bisher zurückhielten.