Ungewissheit

Norddeutsche Affinerie: Arbeitsplatzverluste wegen Strompreisen?

Bei der Norddeutschen Affinerie (NA), Europas größtem Kupferkonzern, bleibt die Lage angespannt: das Unternehmen hat nach eigenen Angaben derzeit noch keinen Stromvertrag ab 2007 und erwägt die vorübergehende Stilllegung besonders energieintensiver Produktionsbereiche.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - "Wir haben mehr erwartet, aber wir haben leider keine klare Aussage darüber gehört, wie es weitergeht", sagte Betriebsratsvorsitzender Hans-Jürgen Grundmann am Mittwoch nach der außerordentlichen Betriebsversammlung in Hamburg. Es seien noch "viele Fragen offen".

Die Norddeutsche Affinerie erwägt nach eigenen Angaben die vorübergehende Stilllegung besonders energieintensiver Produktionsbereiche. Hierzu gehöre auch die Sekundärhütte (RWN) in Hamburg. Bis zu 400 Mitarbeiter der insgesamt 2200 Hamburger Arbeitsplätze könnten von einer solchen Entscheidung betroffen sein.

Zur Begründung verwies NA auf die deutlich gestiegenen Strompreise. Diese zwängen das Unternehmen, die Zukunftsfähigkeit ihrer sehr energieintensiven Bereiche zu überdenken. Es gehe um die "Abwehr eines erheblichen Schadens für das Unternehmen". Die mögliche Stilllegung erfolge bis zur Inbetriebnahme des eigenen Ersatzbrennstoff-Kraftwerks im Jahr 2009.

Der Vorstandsvorsitzende Werner Marnette bezeichnete das geplante eigene Kraftwerk als ein "essenzielles Projekt" für sein Unternehmen. Bis die Entlastung durch das Kraftwerk eintrete, müsse der Konzern aber Kosten sparen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und den Standort Hamburg sichern zu können.

Unterdessen hat sich der Betriebsrat der Norddeutschen Affinerie laut IG Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) in offenen Briefen an die Vorstände der Energieversorger Vattenfall, E.ON, RWE und EnBW gewandt und sie an ihre Verantwortung für den Industriestandort Deutschland erinnert. Ein Ausweg aus der aktuellen Situation wären neue Stromverträge zu moderaten Tarifen.