Antrag zurückgezogen

Nord Stream verzichtet auf Wartungsplattform für Ostseepipeline

Die geplante Erdgaspipeline durch die Ostsee soll ohne eine Plattform vor der schwedischen Küste betrieben werden. Einen entsprechenden Bauantrag für die nordöstlich von Gotland vorgesehene Hebeplattform habe das Betreiberkonsortium zurückgezogen, sagte Unternehmenssprecher Jens Müller.

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Lubmin (ddp-nrd/sm) - Durch den Einsatz neuer Technologie könne auf den stationären Wartungsstandort im Meer verzichtet werden, sagte Müller. Den neuen Plänen zufolge sollen künftig intelligente Inspektionsgeräte entlang der 1220 Kilometer langen Rohrtrasse zum Einsatz kommen.

Die sogenannten Molche sind Wartungsinstrumente, die durch den Druck des geförderten Erdgases durch die Pipeline gepresst werden. Ausgestattet mit hochauflösenden Ultraschallsensoren können mit ihnen auch kleinste Unregelmäßigkeiten wie Korrosions- oder Kollisionsschäden entdeckt werden.

Vor allem in Schweden hatte sich in den vergangenen Monaten heftiger Widerstand gegen den Bau der Plattform und die daraus angeblich entstehenden ökologischen und militärstrategischen Risiken entwickelt.

Über die geplante Erdgastrasse von Vyborg nach Lubmin sollen ab dem Jahr 2011 zunächst jährlich etwa 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas nach Europa fließen. Nach der Fertigstellung eines zweiten Strangs soll sich die Transportkapazität verdoppeln.