Umweltverträglichkeit

Nord Stream prüft Trassenkorrekturen für Ostseepipeline

Die deutsch-russische Ostseepipeline nimmt möglicherweise einen anderen Verlauf als zunächst geplant. Die Umweltbehörden der Anrainerstaaten möchten den Trassenverlauf nochmals prüfen lassen; der Knackpunkt ist die Umweltverträglichkeit des Projekts.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Lubmin (ddp/sm) - Die mit der Planung der deutsch-russischen Ostseepipeline beauftragte Nord Stream AG hat eine nochmalige Prüfung des vorgesehenen Trassenverlaufs angekündigt. Untersucht würden Verlaufskorrekturen vor den Küsten von Finnland, Estland, Schweden und Dänemark, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit reagiere man auf entsprechende Stellungnahmen in den Anrainerstaaten, sagte ein Sprecher.

In einer ersten Anhörung hatten finnische Umweltbehörden unter anderem für eine südlichere und möglicherweise umweltfreundlichere Route durch den Golf von Finnland in der Ausschließlichen Wirtschaftszone von Estland plädiert. Auf Antrag von Schweden will Nord Stream auch eine Pipelineroute erkunden, die weiter südlich an Gotland vorbeiführen könnte.

Demnach soll nun eine Strecke untersucht werden, die etwa zehn Kilometer südöstlich des Natura-2000-Gebiets Hoburgs Bank und des vorgeschlagenen Natura-2000-Gebiets Norra Midsjöbanken verläuft. Nähere Erkundungen wurden ferner für den Trassenabschnitt nördlich der dänischen Insel Bornholm angekündigt. Die Ergebnisse sollen in den für Herbst in Aussicht gestellten Umweltverträglichkeitsbericht einfließen.

Die mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline soll 2010 zunächst mit einer Jahreskapazität von etwa 27,5 Milliarden Kubikmetern in Betrieb gehen. In der zweiten Phase wird die Transportkapazität mit einem weiteren Leitungsstrang auf rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt. Die Nord Stream AG ist ein internationales Gemeinschaftsunternehmen, das für Planung, Bau und Betrieb der Pipeline gegründet wurde. An dem Projekt sind Gazprom mit 51 Prozent sowie Wintershall und E.ON Ruhrgas mit jeweils 24,5 Prozent beteiligt.