Bilanz

Niedriger Ölpreis setzt Energiekonzernen zu

Über den niedrigen Ölpreis freuen sich Verbraucher, weil sie dadurch günstig tanken und heizen können. Für die Energiekonzerne ergeben sich durch die Niedrigpreise allerdings Probleme: Sowohl Shell, BP und der italienische Ölkonzern Eni erlitten Verluste.

Erdölpumpen© Paul Fleet / Fotolia.com

London (dpa/red) - Der niedrige Ölpreis kommt Energiekonzerne teuer zu stehen. Shell machte im dritten Quartal einen Verlust von 7,4 Milliarden US-Dollar (6,7 Milliarden Euro), wie das britisch-niederländische Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Auch BP und der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil hatten in dieser Woche schlechtere Zahlen wegen des gesunkenen Ölpreises bekanntgegeben.

Preis für ein Barrel Brent hat sich halbiert

Mitte 2014 hatte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent noch bei über 100 US-Dollar gelegen, derzeit kostet ein Fass noch knapp 50 US-Dollar. Für Verbraucher bedeutet das zum Beispiel, dass sie günstiger tanken und heizen können. Energiekonzernen vermiest die Entwicklung allerdings das Geschäft.

Shell-Bilanz auch durch Abschreibungen vermiest

Massiv zu Buche schlugen bei Shell zudem milliardenschwere Abschreibungen, weil das Unternehmen umstrittene Förderprojekte in Kanada und vor Alaska gestoppt hatte. Der niedrige Ölpreis macht diese Projekte nach Angaben des Konzerns unrentabel. Auch im Tagesgeschäft musste der Ölriese wegen des Preisverfalls herbe Rückgänge hinnehmen.

Auch Eni muss Verluste hinnehmen

Dem italienischen Ölkonzern Eni brockte der niedrige Ölpreis ebenfalls Verluste ein. Für das dritte Quartal musste der Konzern vor Sonderposten einen Fehlbetrag von 257 Millionen Euro ausweisen, wie Eni am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr stand hier noch ein Gewinn von 1,17 Milliarden Euro. An diesem Freitag legen auch die US-Größen ExxonMobil und Chevron ihre Quartalszahlen vor.

BP schreibt rote Zahlen

Bereits am Dienstag hatte der britische Ölkonzern BP bekanntgegeben, angesichts niedriger Öl- und Gaspreise sowie Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Gewinneinbruch zu verbuchen. Abschreibungen und niedrige Energiepreise halten auch Statoil in den roten Zahlen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Total konnte den Gewinnrückgang abfedern

Dagegen federte der französische Konzern Total die Folgen des niedrigen Ölpreises erfolgreich ab. Zum einen drehen die Franzosen immer wieder am Ölhahn und schrauben ihre Produktion hoch, zum anderen profitieren sie von den guten Gewinnmargen ihrer Raffinerien und des Chemie-Geschäfts. Der bereinigte Gewinn sank im dritten Quartal zwar immer noch um 23 Prozent auf 2,76 Milliarden Dollar, Analysten hatten aber einen noch stärkeren Rückgang erwartet.

Quelle: DPA