Modellvorhaben

Niedrigenergiehaus: dena zeigt Deutschlands beste Altbauten

80 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser können Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern durch eine energieoptimierte Sanierung im Durchschnitt sparen, so das Ergebnis des Modellvorhabens "Niedrigenergiehaus im Bestand" der Deutschen Energie-Agentur.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Durch eine sehr gute Wärmedämmung, optimal schließende Fenster sowie zeitgemäße Heizungs- und Lüftungsanlagen werden enorme Energieeinsparungen möglich. Mit der beispielhaften energetischen Sanierung von 143 Wohngebäuden im gesamten Bundesgebiet hat die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) bewiesen, dass sich durch innovative Techniken in allen Typen von Wohnhäusern der Energieverbrauch deutlich verringern lässt.

"Vom denkmalgeschützten Fachwerkhaus über Gründerzeitbauten bis zum klassischen Einfamilienhaus" seien alle Gebäudetypen im Modellvorhaben vertreten, so Felicitas Kraus, die zuständige dena-Bereichsleiterin. Die sanierten Altbauten benötigen nur halb soviel Energie wie vergleichbare Neubauten und scheuen selbst den Vergleich mit modernsten Passivhäusern nicht: Im Schnitt wurde der Endenergiebedarf um 70 bis 80 Prozent gesenkt, in Einzelfällen sogar um rund 90 Prozent.

Erneuerbare Energien werden Standard

Der Wärmebedarf der Gebäude wurde durch optimale Dämmung und moderne Wärmeschutzfenster auf ein Minimum reduziert. Für frische Luft sorgen komfortable vollautomatische Lüftungsanlagen. Besonders effizient seien Anlagen mit Wärmerückgewinnung, bei denen die Wärme der Abluft für Lüftung, Heizung und Warmwasser genutzt wird. Den verbleibenden Heizbedarf decken effiziente Heiztechniken.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer am Modellvorhaben setzte ganz oder teilweise auf erneuerbare Energien wie Sonne, Erdwärme oder Holzpellets. Bei mehr als einem Drittel der Projekte wurden Brennwertheizungen eingesetzt, häufig kombiniert mit Solarwärmeanlagen, so die dena.

Durch den Einsatz Erneuerbarer Energien konnte der Primärenergiebedarf der Gebäude, bei dem auch die für Förderung, Umwandlung und Transport von Brennstoffen benötigte Energie betrachtet wird, sogar um deutlich mehr als 90 Prozent gesenkt werden, erklärt die dena. Zwar sind die optimalen Sanierungen, die zu diesen Ergebnissen führen, im Schnitt zehn bis 20 Prozent teurer als eine übliche energetische Sanierung. Auf Dauer profitieren die Eigentümer aber von den hohen Energiekosteneinsparungen.

Die Erfahrungen mit dem Modellvorhaben sind in die Weiterentwicklung der staatlichen Förderung eingeflossen: Das neue "CO2-Gebäudesanierungsprogramm" bietet zusätzlichen Förderanreize zur Energieeinsparung im Wohngebäudebestand. Das Modellvorhaben "Niedrigenergiehaus im Bestand" der dena wird unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, der BASF Aktiengesellschaft sowie dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V.

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