Vorsicht

Niedersächsiches Umweltministerium lässt Atomkraftwerke prüfen (Upd.)

Als Reaktion auf den Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark lässt das niedersächsische Umweltministerium derzeit die drei Kernkraftwerke des Landes - Unterweser, Emsland und Grohnde - auf ihre Sicherheit prüfen. Bis heute Mittag muss dem Bundesumweltministerium ein Bericht vorliegen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/sm) - Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorkommnisse in der vergangenen Woche sei ein Auftrag an den Betreiberkonzern E.ON erteilt worden, die drei Meiler Unterweser, Emsland und Grohnde detailliert zu untersuchen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover am Dienstag auf ddp-Anfrage.

Die Berliner Behörde hat alle Landesregierungen angewiesen, bis Dienstagmittag Berichte zur Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke vorzulegen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zieht im Fall von Sicherheitslücken eine vorläufige Abschaltung von Atommeilern in Betracht.

Wie das Ministerium heute Mittag mitteilte, sind die niedersächsischen Atomkraftwerke sicher. "Nach erster Überprüfung ist ein vergleichbarer Störfall, wie er sich kürzlich im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark I ereignet hat, in den niedersächsischen Kernkraftwerken nicht möglich", sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Grund dafür sei, dass in den Anlagen die Leittechnik und Instrumentierung von Sicherheitssystemen direkt von den batteriegesicherten Gleichstromschienen und nicht von den zugehörigen Wechselstromschienen versorgt würden.

Selbst bei einem unterstellten Ausfall von Gleich- und Wechselrichtern wäre die Zuschaltung der Notstromdiesel nicht behindert, sagte Sander weiter. Auch ein gleichzeitiger Ausfall von Gleich- und Wechselrichtern sei nicht möglich. Dieses Sicherheitskonzept schließe in Niedersachsen einen ähnlichen Vorfall wie in Schweden aus.