Energiekonzept

Niedersachsen will Windkraft massiv ausbauen

Niedersachsen will bis 2020 genauso viel Strom aus Windkraft erzeugen wie verbrauchen. Das sieht ein neues Energiekonzept vor, dessen Entwurf das Landeskabinett in Hannover am Dienstag beschlossen hat. Demnach soll die Windenergie im Jahr 2020 den Verbrauch des Landes rechnerisch komplett decken können.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover/Bonn (dapd/apf/red) - Danach soll die Gesamtleistung von Windkraftanlagen an Land von derzeit 6.800 Megawatt bis 2020 auf 14.300 Megawatt steigen. Offshore erzeugten Strom einbezogen, könne die Windenergie den Verbrauch "im Jahr 2020 rein rechnerisch vollständig decken", heißt es im Konzept.

McAllister stellt Konzept am Mittwoch vor

Ministerpräsident David McAllister will das Konzept zum Ausbau der Windkraft am Mittwoch der Regierungskommission Klimaschutz vorstellen. Er erwartet eine "breite gesamtgesellschaftliche Debatte".

DNR will Windkraft auch in Wäldern

Unterdessen hat der Deutsche Naturschutzring (DNR) einen Ausbau von Windkraftanlagen in deutschen Wäldern gefordert. Angesichts der großen Bedeutung der erneuerbaren Energien "sollte künftig der Bau von Windkraftanlagen in intensiv genutzten Wirtschaftswäldern mit einer geringen ökologischen Bedeutung stärker als bisher in Erwägung gezogen werden", erklärte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen am Dienstag in Bonn. Bisher gebe es erst wenige Windkraftanlagen in deutschen Wäldern. Dabei sei es mittlerweile bereits möglich, Windräder mit einer Höhe von bis zu 200 Metern zu bauen, die sich sich weit über den Baumwipfeln drehten.

Ohne Waldstandorte würden insbesondere waldreiche Bundesländer "ihre ehrgeizigen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht erreichen können", erklärte der zuständige Referatsleiter im Bundesumweltministerium, Torsten Bischoff. Allerdings müsse zum Thema Windkraft im Wald noch weiter geforscht werden. In Deutschland gibt es rund elf Millionen Hektar Wald. Das entspricht knapp einem Drittel der gesamten Fläche der Bundesrepublik.