Europaweite Ausschreibung

Niedersachsen will Windenergie-Institut verkaufen

Das dem Land Niedersachsen gehörende Deutsche Windenergie-Institut (DEWI) in Wilhelmshaven steht zum Verkauf. Das niedersächsische Kabinett beschloss am Dienstag in Hannover, das DEWI und dessen Tochter DEWI Offshore & Certification Centre europaweit auszuschreiben.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (dapd-nrd/red) - Das Institut wurde 1990 vom Land gegründet, hat 134 Mitarbeiter und erzielt nach eigenen Angaben über drei Viertel seines Umsatzes mit Dienstleistungen für die Windenergiebranche. Der Käufer solle den Preis zum Teil durch die Finanzierung einer Forschungswindenergieanlage entrichten, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.

Mit der Veräußerung an einen privaten Investor solle der eigentliche Forschungsbereich aus dem Institut ausgegliedert werden, sagte Ministeriumssprecher Jürgen Tostberg weiter. Das DEWI sei vorwiegend als Dienstleister tätig und stehe dabei in Konkurrenz zu privaten Unternehmen. Dies sei der Grund für den Verkauf. Ursprünglich habe der Bund Fördergelder für die Finanzierung einer Forschungsanlage zur Windenergie in Aussicht gestellt. Diese Gelder seien dann aber anderweitig vergeben worden. Nun wolle man die Anlage über den Verkauf finanzieren.

Die vom Käufer zu finanzierende Forschungswindenergieanlage solle einer Universität des Landes angegliedert werden, erläuterte Tostberg. Bei der geplanten Ausgliederung von Forschungen aus dem DEWI solle ein Teil der Mitarbeiter zu der Forschungsanlage wechseln. Der Käufer müsse darüber hinaus allen DEWI-Mitarbeitern drei Jahre Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen einräumen. Zudem müsse er sich verpflichten, die DEWI-Standorte Wilhelmshaven und Cuxhaven auszubauen und müsse den Betrieb dort für mindestens zehn Jahre garantieren.