Langzeitstudie

Niedersachsen will Holz als Energieträger und Baustoff stärken

Mit Hilfe einer neuen Langzeitstudie will die niedersächsische Landesregierung die Einsatzmöglichkeiten des nachwachsenden Rohstoffs Holz untersuchen. Neben der Entwicklung eines Biokraftstoffes auf Holzbasis und Einsatzmöglichkeiten in Gebäuden soll auch nach besseren Energieholzernte- und Logistiksystemen gesucht werden.

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Hannover (ddp-nrd/sm) - Die niedersächsischen Regierungsfraktionen CDU und FDP wollen mit Hilfe einer Langzeitstudie Holz als nachwachsendem Rohstoff neuen Aufwind geben. "Neben der Entwicklung eines Biokraftstoffes auf Holzbasis und Einsatzmöglichkeiten in Gebäuden muss auch nach besseren Energieholzernte- und Logistiksystemen gesucht werden", erläuterte der agrarpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Clemens Große Macke, am Freitag in Hannover. Union und FDP erhoffen sich durch den verstärkten Einsatz von Holz mehr Unabhängigkeit vom Öl- und Gasmarkt und den damit verbundenen Preisschwankungen.

Bereits heute werden den Angaben zufolge Scheitholz, Hackschnitzel und Pellets zur Wärmeerzeugung benutzt. Bundesweit habe Holz bei den erneuerbaren Energien mit etwa 45 Prozent den größten Anteil. 700 000 Tonnen Altholz und Holz aus dem Wald und der Landschaftspflege würden in den sechs großen Biomassekraftwerken in Niedersachsen zur Energiegewinnung verwertet. Holz habe gegenüber anderen Energieträgern vor allem den Vorteil, dass nur das von den Bäumen eingespeicherte Kohlendioxid bei der Verbrennung freigesetzt wird. Eine Mehrbelastung der Atmosphäre entstehe nicht.

In Niedersachsen werden nach Angaben des CDU-Politikers 70 Prozent der fast 1,1 Millionen Hektar Wald bereits nachhaltig bewirtschaftet. In Zukunft solle auch bei öffentlichen Gebäuden der Einsatz von Holz als Bau- und Energiestoff stärker gefördert werden.

Die landwirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Karin Stief-Kreihe, forderte unterdessen ein Gesamtkonzept für die Förderung nachwachsender Rohstoffe. Die Fördermaßnahmen der Landesregierung seien bislang zu zersplittert. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sei die Nutzung von Biomasse für Strom, Wärme und Kraftstoffe noch attraktiver geworden. Aber auch außerhalb der Energiegewinnung böten sich neue Einsatzfelder. Um die großen Potenziale voll auszuschöpfen, sei eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nötig. Auf Antrag der SPD-Fraktion wird sich der Landtag auf der nächsten Sitzung mit dem Thema befassen.