Vorbereitung beginnt

Niedersachsen genehmigt Umbau von Schacht Konrad zu Atommüll-Endlager

Das Land Niedersachsen hat den Umbau des früheren Eisenerzbergwerks Schacht Konrad zum Atommüll-Endlager genehmigt. Dort sollen künftig schwach und mittelstark strahlende Abfälle gelagert werden. Die Grünen kritisieren, dass die Sorgen der Bürger einfach ingnoriert worden seien.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Salzgitter (ddp-nrd/sm) - Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte, hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen den Hauptbetriebsplan für die Errichtung des Endlagers Konrad zugelassen. In dem Verfahren ist der Bund Antragsteller und Betreiber, das Land Niedersachsen ist die Genehmigungsbehörde.

Der Hauptbetriebsplan ermögliche die notwendigen bergmännischen und baulichen Arbeiten und sei somit ein entscheidender Schritt bei der Umrüstung des Schachts zu einem Endlager für schwach und mittelstark strahlende radioaktive Abfälle, sagte eine BfS-Sprecherin. Die jetzt erteilte Genehmigung erlaube beispielsweise die Vorbereitung der ersten Einlagerungsbereiche unter Tage. Ebenso umfasse sie die Sanierung der bestehenden Schachtförderanlagen, die unabhängig von der Nutzung als Endlager insbesondere aus Gründen der Arbeits- und Betriebssicherheit notwendig sei.

Die niedersächsischen Grünen kritisierten die Genehmigung. Bei der Entscheidung würden "berechtigte Vorbehalte und Sorgen der Bevölkerung" einfach ignoriert, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel. Vor dem Bundesverfassungsgericht seien noch Beschwerden gegen das Atomlager anhängig. Es zeuge von "Arroganz und Ignoranz", wenn der Spruch des Gerichts nicht abgewartet werde.

Die Inbetriebnahme des Endlagers ist für 2013 geplant. Laut Genehmigungsbescheid können in dem Bergwerk bis zu 303.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle eingelagert werden. Sie stammen aus Atomkraftwerken, Sammelstellen, Kliniken und Forschungsinstituten. Für hoch radioaktiven Müll wie abgebrannte Brennstäbe aus Atomkraftwerken gilt die Genehmigung nicht.

Im vergangenen April hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass das Endlager Konrad gebaut werden kann. Gegen diesen Beschluss haben ein Landwirt und die Stadt Salzgitter Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Eine Entscheidung steht noch aus.